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[4] Herz-Jesu-Kirche

Beschreibung

Um die Wende zum 20. Jahrhundert kam das einstmals bitterarme Dorf Etzenrot zu einigem Wohlstand. So kam der Wunsch auf, ein eigenes Kirchenhaus zu errichten. Bis dahin nutzten die Etzenroter die Reichenbacher Kirche mit und zahlten dafür seit 1843 ein Fünftel der Unterhaltungskosten der Reichenbacher Pfarrei. Da nun ein Großteil der Ortskirchensteuer für die Errichtung einer eigenen Kirche verwendet werden sollte, kam es zum Streit mit Reichenbach, wo eine Erweiterung der dortigen Kirche favorisiert wurde. Die Etzenroter setzten sich schließlich durch. Ein Kirchenbaufond wurde angelegt um Geld für den Bau anzusparen. Der Bau begann schließlich im Schicksalsjahr 1914. Kaum waren die Fundamente gelegt, brach der erste Weltkrieg aus. Der Bau musste unterbrochen werden. 

Die Finanzierung der Rüstungsausgaben hatte die Mark während des Ersten Weltkriegs stark entwertet, nach dem Krieg brach dann die Inflation in nie gekanntem Ausmaß durch. Für den Bau der Etzenroter Kirche bedeutete dies einen herben Rückschlag. Innerhalb weniger Wochen war das angesparte Geld des Kirchenbaufonds praktisch wertlos geworden.

Die Etzenroter ließen sich von diesem Rückschlag nicht entmutigen. Erneut wurde gespart. Die wirtschaftliche Erholung während der „Goldenen Zwanziger“ kam dem Bauprojekt entgegen, sodass die Bauarbeiten bald wieder aufgenommen werden konnten. Im Jahre 1927, über 13 Jahre nach Baubeginn, war es dann endlich so weit. Der Bau der Herz-Jesu Kirche war fertiggestellt. 

Nach ihrer Fertigstellung avancierte die Etzenroter Kirche schnell zum Wahrzeichen der Gemeinde, das auf zahllosen Postkarten, Handzetteln oder Plakaten dargestellt wurde. Meinrad Josef Lehmann (1925-2011), Etzenroter Pfarrer seit 1957 und Bildhauer, ließ für die Türen der Kirche Bronzereliefs nach eigener Gestaltung herstellen. Die Reliefs zeigen verschiedene biblische Szenen und andere christliche Darstellungen.