Ab Sonntag, 18.11.2018, zeigt das Stadtmuseum Langenfeld 54 Werke des deutschen Expressionismus, darunter Zeichnungen, Holzschnitte, Lithografien, Aquarelle, Ölgemälde und Radierungen. Die Entstehungszeit der Werke erstreckt sich über die Jahre 1907 – 1931. Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts hat das europäische Kunstverständnis grundlegend verändert. Die naturalistische Abbildung und Nachahmung der Natur und damit die akademische Lehre und Malweise verloren ihren Status als höchstes künstlerisches Ziel. Intensive Farben, oft stark konturierte Formen, Reduktion und Verfremdung sind nur einige der künstlerischen Mittel, derer sich die Künstler des Expressionismus bedienten. Kunst und Leben galten als zusammenhängende und eng verbundene Elemente. Die 1905 in Dresden gegründete Künstlergruppe Brücke war eine der ersten Vereinigungen der Kunstrichtung im deutschsprachigen Raum. Gründungsmitglieder waren Fritz Bleyl, Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner und Karl Schmidt-Rottluff. Später gehörten unter anderem auch Emil Nolde, Otto Mueller und Max Pechstein zur Gruppe. Mit der Erweiterung des Künstlerkreises ging eine räumliche Dezentralisierung einher. Einige der Künstler zogen nach Berlin und im Jahr 1913 löste die Gruppe sich auf. Der Ausbruch des ersten Weltkriegs stellte für viele der Künstler eine persönliche Zäsur dar. Seine Auswirkungen; Tod, Hunger, Inflation und die unmittelbare Kriegserfahrung als Soldat sollten etliche Künstler dieser Generation traumatisiert zurücklassen. Die gesellschaftliche und politische Ordnung war zerstört und wurde von Grund auf in Frage gestellt. Vor diesem Hintergrund formierte sich in Berlin 1918 die Novembergruppe. Die Gruppe bezeichnete sich selbst als revolutionär und radikal und strebte eine bodenständige, am realen Leben der Bevölkerung orientierte Kunst an. Ihre Ausrichtung war stark politisiert und verfolgte offen das Ziel einer sozialen Revolution. Während die Themen dem sozialistischen Realismus nahestanden, war die stilistische Umsetzung am Expressionismus orientiert. Arbeiter und bäuerliche Szenen sind häufig gewählte Motive der Gruppe zugehöriger Künstler, darunter Max Pechstein, Georg Tappert, César Klein, und Hanna Höch. Bereits in den ersten Tagen des Nationalsozialismus musste die Gruppe ihr Engagement aufgeben. Vertreterinnen und Vertreter des Expressionismus, der Novembergruppe und der Berliner und Dresdner Sezessionisten waren bald mit Ausstellungs- und Arbeitsverboten belegt und mussten im schlimmsten Fall mit Verfolgung und Vertreibung durch die Nationalsozialisten rechnen. Ihre Kunst galt als entartet. Viele Werke wurden verboten und zerstört oder sind bis heute verschollen.   Die Sammlung Frank Brabant Frank Brabant wurde 1938 in Schwerin geboren. Rund 20 Jahre später machte er Wiesbaden zu seiner Wahlheimat, in der er heute noch lebt. 1969 eröffnete er dort seine erste Diskothek. Im Jahr 1964 wurde er zum Sammler, indem er sein erstes Kunstwerk, den Holzschnitt Der Redner von Max Pechstein im Kunstkabinett von Hanna Bekker vom Rath in Frankfurt erwarb. Bis heute umfasst sein Bestand über 600 Werke, welche zukünftig zu gleichen Teilen dem Staatlichen Museum Schwerin und dem Museum Wiesbaden zugestiftet werden. Frank Brabant bezeichnet die Werke seiner Sammlung als ‚seine Kinder‘. Kein Flecken Wand in seiner Wiesbadener Wohnung, an dem nicht ein Bild hängt oder zumindest ein Nagel davon zeugt, dass hier ein Bild seinen Platz hat. Denn die Werke aus der Sammlung von Frank Brabant kommen weit rum. Ständig werden einzelne Werke oder ganze Konvolute von den Kunst- und Ausstellungshäusern der Welt als Leihgaben angefragt. Und Frank Brabant versucht diesen Gesuchen, wenn irgendwie möglich zu entsprechen. Er selbst sagt, dass er es den Werken schuldig ist, dass sie von möglichst vielen Menschen gesehen werden. Diese Einstellung ist selten und ein Glücksfall für kleine Ausstellungshäuser, denn oft sind hochkarätige Leihgaben an strenge Auflagen und hohe Gebühren geknüpft. Das Stadtmuseum Langenfeld ist folglich mehr als stolz, Werke dieser wichtigen und prägenden Epoche im Original präsentieren zu können. Zus Ausstellung erscheint ein Katalog im Eigenverlag.
18. Nov 2018 - 00:00
Hauptstr. 83
Langenfeld
40764
Deutschland

Aktueller Termin von "Stadtmuseum Langenfeld"

AUF ZU NEUEN UFERN! Zwischen Brücke und Novembergruppe. Dresdner und Berliner Expressionisten aus der Sammlung Frank Brabant

18. Nov 2018 - 00:00 – 10. Mar 2019 - 00:00
Stadtmuseum Langenfeld

Ab Sonntag, 18.11.2018, zeigt das Stadtmuseum Langenfeld 54 Werke des deutschen Expressionismus, darunter Zeichnungen, Holzschnitte, Lithografien, Aquarelle, Ölgemälde und Radierungen. Die Entstehungszeit der Werke erstreckt sich über die Jahre 1907 – 1931. Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts hat das europäische Kunstverständnis grundlegend verändert. Die naturalistische Abbildung und Nachahmung der Natur und damit die akademische Lehre und Malweise verloren ihren Status als höchstes künstlerisches Ziel. Intensive Farben, oft stark konturierte Formen, Reduktion und Verfremdung sind nur einige der künstlerischen Mittel, derer sich die Künstler des Expressionismus bedienten. Kunst und Leben galten als zusammenhängende und eng verbundene Elemente.

Die 1905 in Dresden gegründete Künstlergruppe Brücke war eine der ersten Vereinigungen der Kunstrichtung im deutschsprachigen Raum. Gründungsmitglieder waren Fritz Bleyl, Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner und Karl Schmidt-Rottluff. Später gehörten unter anderem auch Emil Nolde, Otto Mueller und Max Pechstein zur Gruppe. Mit der Erweiterung des Künstlerkreises ging eine räumliche Dezentralisierung einher. Einige der Künstler zogen nach Berlin und im Jahr 1913 löste die Gruppe sich auf.

Der Ausbruch des ersten Weltkriegs stellte für viele der Künstler eine persönliche Zäsur dar. Seine Auswirkungen; Tod, Hunger, Inflation und die unmittelbare Kriegserfahrung als Soldat sollten etliche Künstler dieser Generation traumatisiert zurücklassen. Die gesellschaftliche und politische Ordnung war zerstört und wurde von Grund auf in Frage gestellt.

Vor diesem Hintergrund formierte sich in Berlin 1918 die Novembergruppe. Die Gruppe bezeichnete sich selbst als revolutionär und radikal und strebte eine bodenständige, am realen Leben der Bevölkerung orientierte Kunst an. Ihre Ausrichtung war stark politisiert und verfolgte offen das Ziel einer sozialen Revolution. Während die Themen dem sozialistischen Realismus nahestanden, war die stilistische Umsetzung am Expressionismus orientiert. Arbeiter und bäuerliche Szenen sind häufig gewählte Motive der Gruppe zugehöriger Künstler, darunter Max Pechstein, Georg Tappert, César Klein, und Hanna Höch.

Bereits in den ersten Tagen des Nationalsozialismus musste die Gruppe ihr Engagement aufgeben. Vertreterinnen und Vertreter des Expressionismus, der Novembergruppe und der Berliner und Dresdner Sezessionisten waren bald mit Ausstellungs- und Arbeitsverboten belegt und mussten im schlimmsten Fall mit Verfolgung und Vertreibung durch die Nationalsozialisten rechnen. Ihre Kunst galt als entartet. Viele Werke wurden verboten und zerstört oder sind bis heute verschollen.

 

Die Sammlung Frank Brabant

Frank Brabant wurde 1938 in Schwerin geboren. Rund 20 Jahre später machte er Wiesbaden zu seiner Wahlheimat, in der er heute noch lebt. 1969 eröffnete er dort seine erste Diskothek. Im Jahr 1964 wurde er zum Sammler, indem er sein erstes Kunstwerk, den Holzschnitt Der Redner von Max Pechstein im Kunstkabinett von Hanna Bekker vom Rath in Frankfurt erwarb. Bis heute umfasst sein Bestand über 600 Werke, welche zukünftig zu gleichen Teilen dem Staatlichen Museum Schwerin und dem Museum Wiesbaden zugestiftet werden. Frank Brabant bezeichnet die Werke seiner Sammlung als ‚seine Kinder‘. Kein Flecken Wand in seiner Wiesbadener Wohnung, an dem nicht ein Bild hängt oder zumindest ein Nagel davon zeugt, dass hier ein Bild seinen Platz hat. Denn die Werke aus der Sammlung von Frank Brabant kommen weit rum. Ständig werden einzelne Werke oder ganze Konvolute von den Kunst- und Ausstellungshäusern der Welt als Leihgaben angefragt. Und Frank Brabant versucht diesen Gesuchen, wenn irgendwie möglich zu entsprechen. Er selbst sagt, dass er es den Werken schuldig ist, dass sie von möglichst vielen Menschen gesehen werden. Diese Einstellung ist selten und ein Glücksfall für kleine Ausstellungshäuser, denn oft sind hochkarätige Leihgaben an strenge Auflagen und hohe Gebühren geknüpft. Das Stadtmuseum Langenfeld ist folglich mehr als stolz, Werke dieser wichtigen und prägenden Epoche im Original präsentieren zu können.

Zus Ausstellung erscheint ein Katalog im Eigenverlag.

Infos:
www.stadtmuseum-langenfeld.de