Seit vielen Jahrhunderten macht sich der Mensch mit Hilfe von Landkarten ein Bild von der Landschaft. Gleichzeitig geben solche Karten Position und Orientierung. Im Zuge der immer schnelleren technischen Entwicklung und in Zeiten von GPS-Navigation und Ortungsdiensten scheint die klassische Landkarte mehr und mehr museal zu werden. Die Kulturtechnik des Kartenlesens stirbt vielleicht nicht aus, ändert sich aber seit längerem grundlegend. Vom 23. Februar bis zum 29. April 2020 wirft die neue Sonderausstellung des Herrnhuter Heimatmuseums einen aufschlussreichen Blick zurück in die Geschichte und Entwicklung der Oberlausitzer Kartografie. Die älteste Karte ist dabei die »Misniae et Lusatiae tabula«, ein Holzstich des Görlitzers Bartholomäus Scultetus aus dem Jahr 1568. Dieser wird ergänzt durch eine Vielzahl in der Folge erschienener Landkarten. Darunter findet sich auch eine Karte des Zittauers Montalegre von 1748. Auf einer der ersten Oberlausitz-Karten überhaupt ist hier das 1722 gegründete Herrnhut verzeichnet. Diese Ausstellung wäre ohne die Hilfe der Archive, Bibliotheken und Museen in Görlitz, Löbau und Zittau sowie dem Berthelsdorfer Zinzendorf-Schloss nicht möglich gewesen. Diese haben durch großzügige und kostbare Leihgaben diese Ausstellung maßgeblich unterstützt. Ebenso dankbar sind die Ausstellungsmacher für die Unterstützung des Herrnhuter Unitätsarchives. Aus dessen Sammlung sind drei detaillierte, handgezeichnete und kolorierte Flurkarten von August Friedrich Döring aus den 1760er Jahren zu sehen. Sie zeigen die Güter Berthelsdorf und Strahwalde sowie Herrnhut. Neben der hohen kartografischen Präzision beeindrucken diese Karten allein schon durch ihre ungewöhnlich großen Formate. Abgerundet wird die Ausstellung schließlich durch die in den vergangenen drei Jahren zusammengetragene und bisher noch nicht gezeigte Sammlung mit historischen Ansichten der heutigen Herrnhuter Ortsteile. Ebenso wie die Landkarten erlauben auch diese Lithografien, Stiche und Radierungen einen Blick in vergangene Zeiten; zugleich lässt sich aber immer wieder auch heute noch Bestehendes entdecken.
23. Feb 2020 - 00:00
Comeniusstraße 6
Herrnhut
02747
Deutschland

Aktueller Termin von "Heimatmuseum der Stadt Herrnhut"

»Gute Karten! – Die Oberlausitz auf historischen Landkarten«

23. Feb 2020 - 00:00 – 25. Oct 2020 - 00:00
Heimatmuseum der Stadt Herrnhut

Seit vielen Jahrhunderten macht sich der Mensch mit Hilfe von Landkarten ein Bild von der Landschaft. Gleichzeitig geben solche Karten Position und Orientierung. Im Zuge der immer schnelleren technischen Entwicklung und in Zeiten von GPS-Navigation und Ortungsdiensten scheint die klassische Landkarte mehr und mehr museal zu werden. Die Kulturtechnik des Kartenlesens stirbt vielleicht nicht aus, ändert sich aber seit längerem grundlegend. Vom 23. Februar bis zum 29. April 2020 wirft die neue Sonderausstellung des Herrnhuter Heimatmuseums einen aufschlussreichen Blick zurück in die Geschichte und Entwicklung der Oberlausitzer Kartografie.

Die älteste Karte ist dabei die »Misniae et Lusatiae tabula«, ein Holzstich des Görlitzers Bartholomäus Scultetus aus dem Jahr 1568. Dieser wird ergänzt durch eine Vielzahl in der Folge erschienener Landkarten. Darunter findet sich auch eine Karte des Zittauers Montalegre von 1748. Auf einer der ersten Oberlausitz-Karten überhaupt ist hier das 1722 gegründete Herrnhut verzeichnet.

Diese Ausstellung wäre ohne die Hilfe der Archive, Bibliotheken und Museen in Görlitz, Löbau und Zittau sowie dem Berthelsdorfer Zinzendorf-Schloss nicht möglich gewesen. Diese haben durch großzügige und kostbare Leihgaben diese Ausstellung maßgeblich unterstützt. Ebenso dankbar sind die Ausstellungsmacher für die Unterstützung des Herrnhuter Unitätsarchives. Aus dessen Sammlung sind drei detaillierte, handgezeichnete und kolorierte Flurkarten von August Friedrich Döring aus den 1760er Jahren zu sehen. Sie zeigen die Güter Berthelsdorf und Strahwalde sowie Herrnhut. Neben der hohen kartografischen Präzision beeindrucken diese Karten allein schon durch ihre ungewöhnlich großen Formate.

Abgerundet wird die Ausstellung schließlich durch die in den vergangenen drei Jahren zusammengetragene und bisher noch nicht gezeigte Sammlung mit historischen Ansichten der heutigen Herrnhuter Ortsteile. Ebenso wie die Landkarten erlauben auch diese Lithografien, Stiche und Radierungen einen Blick in vergangene Zeiten; zugleich lässt sich aber immer wieder auch heute noch Bestehendes entdecken.

Infos:
https://www.herrnhut.de/tourismus/heimatmuseum