In der Ausstellung „Sean Scully. Lines of Emotion" werden die wichtigsten Werkgruppen der letzten 30 Jahre in der räumlich einmaligen Situation eines vierflügeligen Kreuzganges arrangiert. Neben den großformatigen Dorics und den Wall of Lights, die den absoluten Höhepunkt seines Stils zeigen und bis heute sein unverwechselbares künstlerisches Markenzeichen sind, steht das figürliche Ausnahmeprojekt Eleuthera (2015–2017), das sich intensiv auf den deutschen Expressionismus bezieht. Die 34 großformatigen Gemälde und zahlreiche Zeichnungen, die für die Präsentation ausgewählt wurden, sind geprägt von einer perfekten Balance zwischen der strengen Geometrie des Minimalismus und einer tiefen, emotionalen Expressivität. In der monastischen Architektur der vier langen Kreuzgangflügel finden die Bilder eine ganz neue, eine fast körperliche Präsenz. Sie sprechen von Licht, Erinnerung und Zwischenräumen und breiten sich im Raum aus.Inspiriert von modernen und abstrakten Maler*innen sowie von Reisen nach Marokko und Mexiko begann für Scully vor vielen Jahrzehnten ein Umgang mit Farbe und Licht, der sich zunehmend lebendigen, intensiven Farbtönen und einer starken Lichtwirkung öffnete. Das Licht scheint regelrecht hinter den massiven Streifen hervorzubrechen, die in dichten Schichten übereinandergelegt sind.Im farbigen Raster seiner Bilder organisiert der Künstler seine Gedanken, seine Gefühle und letztlich seine Vision. Es ist die Struktur, auf der er bauen und malen und in endloser Vielfalt und Tiefe die einfache Schönheit von Farbe und Linie erklären kann. Im Zentrum der Auseinandersetzung steht für Scully die Aufgabe, Farbe nicht nur als malerisches Mittel, sondern als beinahe anthropomorphe, körperhafte Struktur zu begreifen, die im Zusammenspiel mit Licht eine eigene, fast atmosphärische Präsenz entfaltet. Die scheinbar abstrakten Farbblöcke und Streifen sind tiefgreifende, emotionale Arenen, die von Menschsein, Verlust, Erinnerung und der Kraft menschlicher Beziehungen erzählen.Die Werke aus diesen Serien hängen in fast allen großen Museen der Welt (darunter das Metropolitan Museum of Art in New York, die Tate Modern in London und die Pinakothek der Moderne in München).
29. Sep 2026 - 10:00
Regierungsstraße 4-6
Magdeburg
39104
Deutschland

Aktueller Termin von "Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen Magdeburg (KMd)"

Sean Scully. Lines of Emotion

29. Sep 2026 - 10:00 – 21. Mar 2027 - 18:00
Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen Magdeburg (KMd)

In der Ausstellung „Sean Scully. Lines of Emotion" werden die wichtigsten Werkgruppen der letzten 30 Jahre in der räumlich einmaligen Situation eines vierflügeligen Kreuzganges arrangiert. Neben den großformatigen Dorics und den Wall of Lights, die den absoluten Höhepunkt seines Stils zeigen und bis heute sein unverwechselbares künstlerisches Markenzeichen sind, steht das figürliche Ausnahmeprojekt Eleuthera (2015–2017), das sich intensiv auf den deutschen Expressionismus bezieht. Die 34 großformatigen Gemälde und zahlreiche Zeichnungen, die für die Präsentation ausgewählt wurden, sind geprägt von einer perfekten Balance zwischen der strengen Geometrie des Minimalismus und einer tiefen, emotionalen Expressivität. In der monastischen Architektur der vier langen Kreuzgangflügel finden die Bilder eine ganz neue, eine fast körperliche Präsenz. Sie sprechen von Licht, Erinnerung und Zwischenräumen und breiten sich im Raum aus.

Inspiriert von modernen und abstrakten Maler*innen sowie von Reisen nach Marokko und Mexiko begann für Scully vor vielen Jahrzehnten ein Umgang mit Farbe und Licht, der sich zunehmend lebendigen, intensiven Farbtönen und einer starken Lichtwirkung öffnete. Das Licht scheint regelrecht hinter den massiven Streifen hervorzubrechen, die in dichten Schichten übereinandergelegt sind.

Im farbigen Raster seiner Bilder organisiert der Künstler seine Gedanken, seine Gefühle und letztlich seine Vision. Es ist die Struktur, auf der er bauen und malen und in endloser Vielfalt und Tiefe die einfache Schönheit von Farbe und Linie erklären kann. Im Zentrum der Auseinandersetzung steht für Scully die Aufgabe, Farbe nicht nur als malerisches Mittel, sondern als beinahe anthropomorphe, körperhafte Struktur zu begreifen, die im Zusammenspiel mit Licht eine eigene, fast atmosphärische Präsenz entfaltet. Die scheinbar abstrakten Farbblöcke und Streifen sind tiefgreifende, emotionale Arenen, die von Menschsein, Verlust, Erinnerung und der Kraft menschlicher Beziehungen erzählen.

Die Werke aus diesen Serien hängen in fast allen großen Museen der Welt (darunter das Metropolitan Museum of Art in New York, die Tate Modern in London und die Pinakothek der Moderne in München).

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