Das Naturkundemuseum Gerolstein vermittelt das natur- und geowissenschaftliche Erbe der Eifel und befindet sich im historischen Stadtkern von Gerolstein im Landkreis Vulkaneifel, Rheinland-Pfalz, direkt unterhalb der Löwenburg.
Erste regionalgeologische Sammlungen entstanden bereits 1903 in einem Gerolsteiner Hotel; diese Bestände gingen 1944 bei einem Bombenangriff verloren. Nach umfangreichen Renovierungen und Umbauten wurde das im Kern aus dem Jahr 1710 stammende und nach 1949 wiederaufgebaute Alte Rathaus 1987 als Museum eröffnet.
Die Ausstellung legt einen Schwerpunkt auf Vulkanismus und Mineralogie. Erläutert werden die vier Entwicklungsphasen der Eifelvulkane: Maar‑Stadium, strombolianische Phase, Ausfluss‑Phase und Mofetten‑Stadium. Gezeigt werden unterschiedliche Formen des Eifelbasalts, glasierte Sandsteine durch Lavaeinwirkung und zahlreiche Xenolithe. Darunter finden sich olivinreiche Peridotite aus dem oberen Erdmantel sowie seltene Karbonatite.
Die paläontologische Abteilung präsentiert Fossilien aus der Gerolsteiner Kalkmulde. Zu sehen sind Trilobiten von den Geeser Fundstellen, wo im Lauf der Jahrzehnte über 40 Arten dokumentiert wurden, sowie seltene Crinoiden aus dem Devon. Ergänzt wird die Sammlung durch Schnecken, Cephalopoden, Bryozoen, Stromatoporen, einige devonische Fische und Psilophyten. Ein Abguss und eine Rekonstruktion des 1904 in Oberbettingen entdeckten Eifelosaurus triadicus bilden einen besonderen Blickfang. Weitere Exponate zeigen Wirbellose wie Korallen, Brachiopoden und Muscheln; besonders auffällig sind Calceola sandalina und Pleurodictium problematicum.
Die 1994 eröffnete, interaktive Waldabteilung im Dachgeschoss erstreckt sich über etwa 60 m². Besucher finden regionale Holzarten, typische Bodenprofile und ein zerlegbares Modell der Gerolsteiner Mulde, das Einblicke in den Aufbau der geologischen Schichten ermöglicht.
Archäologische Funde des Archäologischen Vereins Gerolstein ergänzen das Angebot. Ausgestellt sind Faustkeile aus Kyll‑Quarzgeröll, Klopfsteine und weitere Neandertaler‑Werkzeuge, eine nachgebildete Buchenlochhöhle mit Belegen des Fundkontexts, Rohfeuersteine unterschiedlicher Herkunft sowie steinzeitliche Pfeilspitzen und geschliffene Beile. Zudem werden mittelalterliche Fundstücke und eine Rekonstruktion des alten Stadtkerns gezeigt.
Die umfangreiche Insektensammlung umfasst 45 große Schaukästen mit vorwiegend Schmetterlingen sowie einigen Motten und Käfern aus dem In‑ und Ausland, die über Jahrzehnte auf Reisen und Exkursionen zusammengetragen wurden. Mehr als 400 nachgewiesene Arten einheimischer Schmetterlinge aus der Eifel weisen auf eine für Deutschland ungewöhnlich hohe Biodiversität hin.
Das Naturkundemuseum Gerolstein ist in der Liste der Kulturdenkmäler in Gerolstein verzeichnet.