Am Frankfurter Museumsufer nimmt das Museum für Kommunikation Frankfurt die Geschichte der Nachrichtenübermittlung in den Blick und wurde am 31. Januar 1958 als Bundespostmuseum eröffnet; es zählt zu den frühen Häusern am Museumsufer. Bis 1994 stand es unter dem Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen und fungierte lange Zeit als Unternehmensmuseum der Deutschen Bundespost. Ein 1990 fertiggestellter, transparenter Neubau leitete eine inhaltliche Neuorientierung und Modernisierung ein, die mit der Postreform und der anschließenden Privatisierung der Postdienste in die Umbenennung zum Museum für Kommunikation mündete.
Die Bestände gehen auf die Sammlung des 1872 in Berlin gegründeten Reichspostmuseums zurück, die kriegsbedingt ausgelagert, teilweise beschädigt und nach dem Krieg neu zusammengeführt wurden. Aus diesen Beständen entstand der Grundstock des Bundespostmuseums; zentrale Teile der Sammlung wurden 1947 an die zuständige Verwaltung übergeben und 1951 nach Frankfurt transportiert. Die Verwaltung des Museums residiert seit 1955 in der Villa de Neufville, einem spät-klassizistischen beziehungsweise Neurenaissance-Bau, der nach Kriegszerstörungen verändert wurde.
Seit 1995 gehört das Haus zur Museumsstiftung Post und Telekommunikation und bildet mit den Schwestermuseen in Berlin und Nürnberg ein Netzwerk zur Bewahrung der Kommunikationsgeschichte. Die Dauerausstellung ist in 44 Themeninseln gegliedert und zeichnet die Entwicklung von der Keilschrift bis zur Datenbrille anhand der Leitphänomene Beschleunigung, Vernetzung, Kontrolle und Teilhabe nach. Neuere Themen wie Künstliche Intelligenz wurden jüngst ergänzt; ein Bestandteil der Präsentation ist ein interaktives „Talking Painting“, das auf einem historischen Bezug zu Alan Turing aufbaut. Ergänzt wird das Programm durch interviewbasierte Formate zur Digitalisierung, dauerhaft gezeigte Werke internationaler Künstler sowie wechselnde Sonderausstellungen.
Zum Sammlungsbestand gehören historische Fahrzeuge wie ein restaurierter Postbus von 1925, umfangreiche Depots mit Hunderttausenden Objekten zur Post‑ und Telekommunikationsgeschichte sowie eine bedeutende Mail‑Art‑Sammlung und unter anderem eine originalgetreue Kopie der Voyager Golden Record. Auf dem Dach betreibt das Museum eine Amateurfunkstation mit eigenem Rufzeichen. Der benachbarte Neubau wurde nach einem Architektenwettbewerb eröffnet; die Ausstellungspräsentation wurde um 2000 und 2017 neu konzipiert, um jüngere Entwicklungen wie das Internet zu integrieren.