Das Apotheken-Museum zu Dortmund stellt eine umfangreiche private Sammlung historischer medizintechnischer und pharmazeutischer Objekte zusammen, die zu den bedeutendsten ihrer Art weltweit zählt. Es befindet sich in der Wißstraße 11 und zeigt seine Bestände auf rund 300 m² Ausstellungsfläche, verteilt auf 13 Räume.
Entstanden ist die Sammlung in den 1950er Jahren aus privater Initiative eines Herstellers medizinischer Verbandsstoffe; zunächst wurden Geräte und Standgefäße für Ausstellungszwecke an Apotheken verliehen. Im Lauf der Jahrzehnte bauten die Eigentümer die Bestände systematisch aus, integrierten historische Einrichtungsstücke aus stillgelegten Offizinen und erweiterten die Sammlung um eine umfangreiche Fachbibliothek. Bis 2017 waren mehr als 6.000 Exponate auf knapp 130 m² in Kellerräumen gezeigt; seit dem Umzug präsentiert sich die Sammlung deutlich großzügiger und heller.
Die Ausstellungen verbinden original erhaltene Apothekeneinrichtungen mit sachthematisch geordneten Beständen. Die rekonstruierte Offizin vereint dunkle Gründerzeitregale und Einbauschränke mit der hellgrüner Stellwand einer Kräuterkammer aus dem Jahr 1650 und zeigt etwa 200 Jahre alte Teedosen aus Holz. Die Kräuterkammer enthält zahlreiche Holzdosen des 18. und 19. Jahrhunderts, Mühlen, Herbarien und eine seltene Serie südamerikanischer Pfeffermaße. Die Bibliothek umfasst über 1.000 Fachbände, darunter eine Übersetzung aus dem frühen 17. Jahrhundert und ein Druck von 1550.
Weitere Themenräume zeigen französische Fayencen und deutsches Apothekenglas, historische Wärmeanwendungen mit Wärmflaschen und Bettwärmern, Mineralwasser-Behältnissen sowie Sammlungen zu Säuglingspflege, Etiketten und Warenzeichen. Zu den Besonderheiten zählen eine vierteilige chinesische Taschenapotheke, umfangreiche Gerätesammlungen für Inhalation, Aderlass und Schröpfen sowie eine herausragende Mörsersammlung vom spätantiken Marmormörser bis zu schweren Bronze- und Granitexemplaren. Laboratorien dokumentieren die Herstellung von Tabletten, Salben und Dragees; ein gusseiserner Destillierofen und historische Verarbeitungsmaschinen sind hier zu sehen. Ein in die Wand eingelassener Phosphorschrank verweist auf frühe Sicherheitsvorschriften beim Umgang mit hochgiftigen Substanzen.