Das Archäologie-Museum im Fränkischen Freilandmuseum Bad Windsheim ist als Zweigmuseum der Archäologischen Staatssammlung München in der Baugruppe Mittelalter des Freilandmuseums präsent. Es vermittelt archäologische Forschung im musealen Kontext und richtet seinen Fokus auf bauliche Zeugnisse vergangener Epochen.
Das Museum ist in einer historischen Schafsscheune aus Virnsberg untergebracht, die als Ausstellungsraum die Atmosphäre handwerklicher Baugeschichte trägt. Die Scheune bildet Teil der mittelalterlichen Baugruppe und verbindet Originalsubstanz mit musealer Präsentation.
Entstanden ist das heutige Archäologie-Museum aus dem Vorgeschichtsmuseum Bad Windsheim, das von 1983 bis 1998 in der Alten Lateinschule gezeigt wurde. Weil diese Einrichtung keine Erweiterungsmöglichkeiten bot, wurde das Konzept 2001 neu gestaltet und die Sammlung in das Freilandmuseum verlegt. Die Ausstellung, eingerichtet in der rund 500 Jahre alten Scheune aus Virnsberg, wurde im Sommer 2014 einer grundlegenden Überarbeitung unterzogen.
Thematisch konzentriert sich die Dauerausstellung auf das Bauwesen von der Vor- und Frühgeschichte bis ins frühe Mittelalter. Herausragend ist die originalgetreue Rekonstruktion eines mehrgeschossigen Grabhauses einer adligen Frau aus Zeuzleben in Unterfranken. Die thüringische Dame war im 6. Jahrhundert beigesetzt worden; ihr Grab enthielt außergewöhnlich umfangreiche Beigaben wie einen Wagen, Schmuck, Haushaltsgegenstände und Bekleidung. Diese Fundstücke veranschaulichen soziale Stellung, Bestattungssitten und handwerkliche Fertigkeiten der betreffenden Zeit.