Unter der Aula der Universität zu Köln befindet sich der Barbarastollen, ein Schaubergwerk im Kellergeschoss der Universität. Es ist Teil der Sammlungseinrichtungen der Hochschule und richtet sich als Anschauungsobjekt an ein wissenschaftlich interessiertes Publikum.
Angelegt wurde der Stollen 1932 beim Neubau der Universität als Lehrstück für die Studierenden der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät. Seine Entstehung knüpft an die Tradition des früheren Museums für Handel und Industrie (später Schau Westdeutscher Wirtschaft) der Handelshochschule Köln an. Lange Zeit geriet der Zugang in Vergessenheit und wurde Anfang der 1980er Jahre wiederentdeckt; eine anschließende Restaurierung begann 1984 unter fachlicher Leitung mit Unterstützung von Bergbaufachleuten. 2019 finanzierte die Universität einen virtuellen Rundgang durch den Barbarastollen.
Die begehbare Nachbildung ist rund 40 Meter lang und stellt eine Strecke des Steinkohlenbergbaus dar. Ein Essener Maler und Grafiker gestaltete die Szenen und setzte dabei echte Steinkohle aus dem Aachener Revier ein, die mit Teer an die Wände angebracht wurde. Verschiedene Unternehmen stellten originale Ausrüstungsgegenstände, Werkzeuge und Maschinen zur Verfügung. Im Zentrum der Darstellung stehen neben Technik die harten Arbeitsbedingungen der 1930er Jahre sowie die arbeitsmedizinischen Folgen wie die Staublunge. Obwohl im Untergeschoss keine Rohstoffe gefördert werden, verfügt das Schaubergwerk über eine bergrechtliche Genehmigung; bei Führungen wird oft die Pointe erwähnt, dass die Universität dadurch nur begrenzten Einfluss auf den Betrieb in ihrem eigenen Keller hat.