Bauernkriegsmuseum Kornmarktkirche

Kornmarkt, 99974 Mühlhausen, Deutschland

Wo Sie uns finden:

Straße
Kornmarkt
PLZ/Ort
99974 Mühlhausen
Land
Deutschland
Telefon
03601 8566-0
Web
http://www.mhl-museen.de/kornmarktkirche.html
E-Mail
info@mhl-museen.de


Weitere Öffnungszeiten
Di-So 10-17 Uhr
Eintritt
4,00 Euro
ermäßigt 3,00 Euro
Kinder 2,00 Euro
Bei Besuch mehrerer Museen wird ein Rabatt gewährt.

Beschreibung

Als ehemalige Bettelordenskirche präsentiert sich die Kornmarktkirche mit schmucklosem Mauerwerk und schlichter Ausstattung. Der aus dem 13. Jahrhundert stammende Bau wurde bereits 1802 säkularisiert und seitdem hauptsächlich für öffentliche Zwecke genutzt. Das in seiner prunklosen Würde beeindruckende Gebäude war während der Bauernkriegsereignisse von 1525 einer der Hauptorte des Geschehens in Mühlhausen. Heute beherbergt das Museum eine Dauerausstellung zu Reformation und Bauernkrieg, sowie vielen mittlerweile nahezu vergessenen Reformatoren, die neben Luther in Thüringen alternative Ideen verbreiteten.

Der im Innenhof des ehemaligen Kreuzganges nach historischen Vorlagen gestaltete Klostergarten lässt die Tradition des hinter Klostermauern verborgenen Nutzgartens mit Zierelementen wieder aufleben und ist eine Oase der Ruhe und Besinnung. Neben weiteren, wechselnden Sonderausstellungen wird die Kornmarktkirche für Veranstaltungen hauptsächlich musikalischer Art genutzt und kann auch für private Zwecke angemietet werden, solange eine Nutzung mit der musealen Ausstattung vereinbar ist.
Auch das Carillon im Turm der Kornmarktkirche setzt durch sein allwöchentliches Geläut einen besonderen Akzent im historischen Ambiente der Stadt Mühlhausen.

Ausstellung "Luthers ungeliebte Brüder - Alternative Reformationsideen in Thüringen"

Martin Luther hat Großes geleistet und eine Reformation der bestehenden Kirche angestoßen, die erst zu grundlegenden Veränderungen in Europa und schließlich in der ganzen Welt geführt hat. Jedoch ist diese niemals das Werk eines Einzelnen gewesen. Auch „Luthers ungeliebte Brüder“ kritisierten unter anderem den Ablasshandel und strebten eine reformatio an, eine Wiederherstellung der alten Ordnung und Schaffung einer neuen Grundlage des Lebens. Mit ihren alternativen Reformationsideen wirkten sie insbesondere auch in Thüringen.

Andreas Bodenstein von Karlstadt etwa, der Doktorvater Martin Luthers, predigte von Orlamünde aus gegen die Heiligenbilder in den Kirchen und Klöstern, was mancherorts zum Bildersturm führte. Einer seiner Anhänger war der erste Reformator der Stadt Creuzburg, Matthäus Hisolidus. Großen Einfluss hatte auch der Theologe und Reformator Jakob Strauß, der in Eisenach Zins und Wucher kritisierte und den „Wucherstreit“ entfachte. Einen Großteil seines Lebens in Haft in Eisenach und auf der Wartburg verbrachte der Täufer Fritz Erbe, weil er standhaft an seinem Glauben festhielt. In Mühlhausen beteiligten sich Heinrich Pfeiffer und Thomas Müntzer erst an den innerstädtischen Aufständen, dann zogen sie mit dem plündernden Haufen ins Eichsfeld. Zusammen mit zahlreichen Anhängern marschierte Thomas Müntzer schließlich nach Frankenhausen, um mit anderen Thüringern gegen die fürstlichen Heere zu kämpfen.

Standen die theologischen Mitstreiter Martin Luthers, die von der reinen lutherischen Lehre abwichen oder eigene reformatorische Ideen verfolgten, bisher weitestgehend im Schatten des großen Reformators, soll in dieser Sonderschau an sie erinnert werden.

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