Berliner Unterwelten e.V.

Brunnenstraße 105, 13355 Berlin, Deutschland

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Straße
Brunnenstraße 105
PLZ/Ort
13355 Berlin
Land
Deutschland
Telefon
030) 49 91 05 18
Fax
(030) 49 91 05 19

Web
http://berliner-unterwelten.de

Beschreibung

In Berlin widmet sich der Verein Berliner Unterwelten e. V. seit 1997 der Erforschung, Dokumentation und Bewahrung der gebauten Unterwelt der Stadt. Sein Fokus liegt auf nicht mehr genutzten unterirdischen Anlagen wie Bunkern, großen Kellerräumen sowie verschiedenen Tunneln – darunter Versorgungs-, Entsorgungs- und Fluchttunnel. Mitglieder führen eigenverantwortlich Reparatur-, Wiederherstellungs- und Wartungsarbeiten durch und setzen sich dafür ein, die Bauwerke denkmalgerecht zu sichern und für neue Nutzungen zu erschließen. Ergebnisse und Forschungserkenntnisse macht der Verein der Öffentlichkeit über ein Museum in einem instandgesetzten, angemieteten Bunker, Sonderausstellungen, Vorträge und Führungen zugänglich.

Gegründet wurde der Zusammenschluss 1997 als Reaktion auf den Bauboom nach der Wiedervereinigung, um die Zerstörung und Verfüllung historischer Bunkeranlagen zu verhindern. Mit einer Presseaktion im Juli 1997 machte der Verein früh auf Gefährdungen aufmerksam; die formelle Eintragung folgte im Dezember 1997. Erste öffentliche Präsentationen fanden im Januar 1998 statt und zogen rasch Publikum und mediale Aufmerksamkeit an. In den folgenden Jahren wuchs die Zahl der Besucher von anfänglich rund 2.000 auf nahezu 17.000 im Jahr 2002; 1999 wurde die Gemeinnützigkeit anerkannt. Medienporträts und Beratungsleistungen für Filmproduktionen trugen zur Bekanntheit bei. Während der COVID-19-Pandemie geriet die Arbeit in Schieflage, konnte aber durch Spenden, Mietentlastungen und Fördermittel stabilisiert werden. In dieser Zeit entstanden digitale Formate und ein internes Radioprojekt; seit 2022 arbeitet der Verein wieder kostendeckend. 2023 war der Verein Arbeitgeber für mehr als 125 Personen und zählte über 540 Mitglieder (Stand: Januar 2024).

Der Verein engagiert sich aktiv für Denkmalschutz und betreut zahlreiche Standorte, etwa Operationsbunker Teichstraße, die Zivilschutzanlagen Pankstraße und Blochplatz, die Flakturmruine Humboldthain, den Mutter-Kind-Bunker Humboldthain, die Luftschutzanlage am U-Bahnhof Gesundbrunnen, den AEG-Versuchstunnel, Tunnel und Bunker Dresdener Straße sowie den Fichtebunker. Seit 2000 obliegt ihm die Betreuung der Zivilschutzanlage unter dem Blochplatz; Teile der Flakturmruine im Volkspark Humboldthain wurden wieder zugänglich gemacht und erstmals 2004 öffentlich geführt.

Die angebotenen Führungen beleuchten Berlins wechselvolle Geschichte von der Industrialisierung bis zur Teilung, mit einem Schwerpunkt auf zivilem Luftschutz des Zweiten Weltkriegs, aber auch auf nichtmilitärischer Infrastruktur wie Kanalisation, Rohrpost, Brauereirelikten und unvollendeten U‑Bahn-Bauten. Touren werden in mehreren Sprachen angeboten und teilweise digital bereitgestellt. Das Berliner Unterwelten‑Museum befindet sich in der ehemaligen Schutzanlage am Südausgang des U‑Bahnhofs Gesundbrunnen und ist Bestandteil der Tour „Dunkle Welten“. Die historische Sammlung umfasst rund 3.000 Objekte; die Bibliothek hält seit 2009 etwa 4.000 Bücher, rund 100.000 Fotografien und Grafiken sowie 3.000 Archivalien bereit. Ergänzend organisiert der Verein seit 2002 Bildungsseminare, realisierte bis 2023 sechzehn Gedenk‑ und Informationstafeln und veröffentlicht Forschungsergebnisse in der Edition Berliner Unterwelten sowie im Vereinsmagazin Schattenwelt.

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