Brandenburgisches Apothekenmuseum

Löwen-Apotheke, Altmarkt 24, 03046 Cottbus, Deutschland

Wo Sie uns finden:

Straße
Löwen-Apotheke, Altmarkt 24
PLZ/Ort
03046 Cottbus
Land
Deutschland
Telefon
0355/23997
Fax
-

Web
http://www.niederlausitzer-apothekenmuseum.de/top/index.php?site=900

Beschreibung

Im historischen Zentrum von Cottbus vermittelt das Brandenburgische Apothekenmuseum Einblicke in die Geschichte der Pharmazie und in historische Apothekeneinrichtungen. Der Museumsbestand umfasst fest installierte Offizinen, ein galenisches Labor, eine Kräuter- und Giftkammer sowie jährlich wechselnde Sonderausstellungen; die Wechselausstellung 2022 trägt den Titel „ORA ET LABORA – Hildegard von Bingen und die Klostermedizin“ und widmet sich mittelalterlichen Heilmitteln und -verfahren.

Der Museumskomplex besteht aus einem straßenseitigen Wohn- und Geschäftshaus und der Alten Löwenapotheke im Innenhof; beide Gebäude stehen unter Denkmalschutz. Die Ursprünge reichen ins 16. Jahrhundert zurück: Bereits in den 1560er-Jahren wurde das Marktgebäude errichtet und ab 1571 als Apotheke genutzt. Ein Stadtbrand von 1671 beschädigte das Haus schwer, ließ jedoch Kellerräume, Werkstatt und Labor weitgehend erhalten; Wiederherstellungsarbeiten dauerten bis in die 1670er-Jahre, ein hofseitiger Anbau entstand um 1700. Bis Ende des 18. Jahrhunderts fungierte die Löwen-Apotheke als einzige Apotheke der Stadt. Im 19. Jahrhundert erfolgten Umbauten, in der DDR wurde die Apotheke 1951 verstaatlicht und zugleich eine pharmaziegeschichtliche Sammlung aufgebaut, die seit 1989 als Museum zugänglich ist. Der Apothekenbetrieb endete 1984; vor der Museumsöffnung wurde das Haus umfassend saniert. Eine Umbenennung zur heutigen Bezeichnung erfolgte 2002.

Architektonisch zeigt das Vorderhaus eine dreigeschossige, vierachsige Putzfassade mit Satteldach und einem aufwändig gestalteten Staffelgiebel aus dem 18. Jahrhundert, der von einer Hygieia-Figur bekrönt ist. Erdgeschoss und gewölbte Offizin, spätklassizistische Schränke, ein historischer Kachelofen und das rekonstruierten Dachwerk belegen die bauhistorische Entwicklung. Im Hof wurde ein gemauerter Tiefbrunnen freigelegt, der einzige überlieferte historische Brunnen der Altstadt.

Die ausgestellten Interieurs dokumentieren unterschiedliche Epochen: eine Apotheke von 1930 zeigt die Praxis der Eigenherstellung zu Zeiten des DAB 6 mit Porzellan- und Glasgefäßen, die Kräuter- und Giftkammer birgt hölzerne Schubladenschränke, Holzdosen sowie gesicherte Giftschränke, eine DDR-Offizin aus den 1960er/1970er Jahren bewahrt Originaleinrichtungen und Fertigarzneimittel, und das galenische Labor präsentiert Destillations- und Feuerungsanlagen, Trocknungsöfen, eine Tinkturenpresse und andere handwerkliche Geräte.

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