Brunnenhausmuseum mit Historischer Ochsentretanlage

Brunnenhausweg 25, 91583 Schillingsfürst, Deutschland

Wo Sie uns finden:

Straße
Brunnenhausweg 25
PLZ/Ort
91583 Schillingsfürst
Land
Deutschland
Telefon
09868/5889
Fax
-

Web
https://www.brunnenhausmuseum.de/

Beschreibung

Das Brunnenhausmuseum in Schillingsfürst bewahrt eine funktionstüchtige Ochsentretanlage und zeigt damit ein selten erhaltenes Zeugnis historischer Wassertechnik im deutschsprachigen Raum.

 

Das Museum ist im ehemaligen Fürstlichen Brunnenhaus am Brunnenhausweg 25 untergebracht und öffnet den Blick in den so genannten Dragonersgrund.

 

Entstanden ist das Gebäude als Versorgungseinrichtung für Schloss Schillingsfürst. Die Anlage nutzte die rund 1,5 Kilometer entfernte Quelle Heiligen Bronnen, die einzige dauerhaft sprudelnde Quelle auf dem First des Schlossberges. Wegen der großen Entfernung und des geringen Gefälles wurde um 1702 eine spezielle Technik umgesetzt: eine Ochsentretanlage mit hölzernen Rohrleitungen förderte das Wasser zum Schloss und versorgte dort Erdgeschoss, Gärtnerei und Brauerei mit fließendem Wasser. 1729 kam ein Wasserturm mit Reservoir hinzu; 1887 wurde der Turm erhöht, um auch das erste Obergeschoss zu erreichen. Anfang des 20. Jahrhunderts ersetzte eine elektrische Pumpe die mechanische Vorrichtung. Nach phasenweiser Nutzung bis in die 1940er Jahre begannen 1959 Erhaltungsmaßnahmen; das Gebäude wurde vom örtlichen Heimatverein übernommen, in den folgenden Jahren für Besucher geöffnet und 2006/07 generalsaniert.

 

Die Funktionsweise der Ochsentretanlage beruht auf den Prinzipien schiefer Ebene und Hebel. Durch das Gewicht eines Zugtieres setzt sich eine schief gelagerte Drehscheibe in Bewegung; so konnten etwa 500 Watt Leistung und rund 40 Liter pro Minute gefördert werden. Von außen wirkte das Tier dabei nahezu stationär.

 

Im Museum bilden die historische Pumpanlage und der Wasserturm den technischen Kern. In der ehemaligen Brunnenwärterwohnung sind Alltagsgegenstände, Werkzeuge, Möbel sowie Kleidung und Wäsche überwiegend des 19. Jahrhunderts ausgestellt, die Leben und Arbeiten in Schillingsfürst dokumentieren. Ein Kräutergarten nach Vorbild des St. Galler Klostergartens ergänzt die Präsentation. Museumspädagogische Angebote zur Wasserkunde und Heimatgeschichte für Grund- und Sekundarstufe I runden das Konzept ab; die Einrichtung wird ehrenamtlich von einem regionalen Verein getragen.

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