Burg Nassau

Burgbergweg, 56377 Nassau, Deutschland

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Straße
Burgbergweg
PLZ/Ort
56377 Nassau
Land
Deutschland
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Web
http://www.burgnassau.de

Beschreibung

Die Burg Nassau präsentiert sich als markante Ruine auf dem Burgberg oberhalb der Lahn; ihre Lage auf einem 215,4 m ü. NHN hohen Felskegel, rund 120 Meter über dem Fluss, macht sie zu einem typischen Beispiel einer Gipfelburg im Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz. Die Anlage geht auf das Haus Nassau zurück, dessen Nachfahren heute die Monarchien der Niederlande und Luxemburg stellen.

Die schriftlichen Spuren reichen mutmaßlich bis ins frühe 12. Jahrhundert. Eine Urkunde von 1093 mit Nennung des Grafen Dudo von Laurenburg gilt als zweifelhaft; gesicherte Anfänge datieren um 1100. 1120 erwarben Ruprecht I. von Laurenburg und sein Bruder Arnold I. den Berg samt Wohnturm und ließen die Burg 1124 erweitern. Da das Gelände zum Besitz des Bistums Worms gehörte, entstand ein langwieriger Rechtsstreit, der 1159 durch den Trierer Erzbischof formell beigelegt wurde: Die Familie verzichtete auf Allodialrechte und wurde mit Burg und Herrschaft Nassau belehnt; ab 1160 trug die Familie die Bezeichnung „Grafen von Nassau“.

Im 13. Jahrhundert entstand ein spätromanischer Palas (1220–1230). Nach der Teilung der Grafschaft 1255 blieb die Burg gemeinsamer Besitz und entwickelte sich zur Ganerbenburg. Im 14. Jahrhundert wurde ein heute wiederaufgebauter fünfeckiger Bergfried von 33 Metern errichtet; ein weiterer Turm, 1346 erwähnt, ist verloren. 1372 führten innerfamiliäre Auseinandersetzungen zur Zerstörung von Burgmannenhäusern. In der Neuzeit setzte Verfall ein; ein Kupferstich aus dem 17. Jahrhundert zeigt noch Palas, Bergfried und Torhaus, doch im Zweiten Weltkrieg wurden die Reste weiter beschädigt.

Seit 1965 steht die Anlage unter staatlicher Verwaltung. Ab 1976 erfolgte die Restaurierung des Bergfrieds nach historischen Darstellungen, später wurde der Palas allerdings weitgehend neu aufgebaut; dabei fanden Abriss und Rekonstruktion statt, die kritisiert wurden, da sie Elemente der Stauferzeit entfernten und in neohistorischer Form wiederherstellten. Heute beherbergt der Turm einen Museumsraum und auf der dritten Etage ein Trauzimmer des Standesamts der Stadt Nassau; der Palas enthält einen Rittersaal, der für Veranstaltungen genutzt wird. Ein einziges stauferzeitliches Werksteinkapitell mit Laubdekor ist aus den ursprünglichen Triforienfenstern erhalten und wird ausgestellt.

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