In Charlottenburg entwickelte sich das Verborgene Museum in Berlin seit 1987 zu einer Adresse für die Präsentation von Werken von Künstlerinnen aus Malerei, Fotografie, Bildhauerei und Architektur. Es konzentrierte sich auf europäische Künstlerinnen, die um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert geboren wurden, früh Zugang zu öffentlichen Ausbildungsstätten erhielten und an Akademien oder Kunstschulen wirkten. International galt das Haus als einzige Einrichtung, die ausschließlich den Werken vergessener Künstlerinnen des vergangenen Jahrhunderts gewidmet war. Zum 1. Januar 2022 wurde das Museum geschlossen; die Bestände werden seitdem in der Berlinischen Galerie gezeigt.
Ausgangspunkt war 1987 eine Ausstellung anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins, die in Zusammenarbeit mit der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst entstand. Aus dieser Präsentation formierte sich ein eingetragener Verein, der Räume in der Schlüterstraße 70 im Hinterhof nutzte. Der Name bezog sich weniger auf die Lage als auf das Konzept: Werke, die zuvor in Museumsdepots unbeachtet geblieben waren, öffentlich zu präsentieren.
Im Laufe der Jahre stellte das Haus etwa 100 Künstlerinnen vor und leistete vielfach Pionierarbeit bei ihrer Wiederentdeckung in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Einzelpräsentationen trugen dazu bei, dass Künstlerinnen wie Lotte Laserstein, Lotte Jacobi oder Marianne Breslauer erneut in größeren Museen Beachtung fanden. Solche Ausstellungen öffneten häufig den Weg für weiterführende Forschungen und Folgepräsentationen.
Der Verein gab 2022 Sammlung und Archiv an die Berlinische Galerie in Berlin-Kreuzberg. Das Archiv wurde dort integriert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, mit dem Ziel, Entdeckung und Erforschung der Künstlerinnen institutionalisiert fortzusetzen und eine größere Reichweite zu erzielen.
Zur finanziellen Basis gehörte unter anderem eine 2010 gewährte Infrastrukturförderung von 55.000 Euro im Rahmen des Berliner Künstlerinnenprogramms; die Kulturverwaltung übernahm Miete und einen Teil der Personalkosten, während Mittel für einzelne Ausstellungen gesondert beantragt werden mussten. Ehrenamtliches Engagement bildete eine tragende Säule des Museumsbetriebs.