Deutscher Dom

Gendarmenmarkt 1, 10117 Berlin, Deutschland

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Straße
Gendarmenmarkt 1
PLZ/Ort
10117 Berlin
Land
Deutschland
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Web
http://www.bundestag.de

Beschreibung

Am Gendarmenmarkt in Berlin-Mitte prägt der Deutsche Dom mit seiner markanten Kuppel das städtebauliche Ensemble und wurde 1780–1785 als Turm zur Neuen oder Deutschen Kirche ergänzt. Auf Veranlassung Friedrichs II. entstand der barocke Turm gegenüber dem Französischen Dom an der Nordseite der Anton-Wilhelm-Amo-Straße.

Die zugrunde liegende Neue oder Deutsche Kirche war 1701–1708 als Simultankirche für reformierte und lutherische Gemeinden in der neu angelegten Friedrichstadt errichtet worden. Die Bezeichnung „Dom“ bezieht sich hier nicht auf eine Bischofskirche, sondern leitet sich vom französischen Wort dôme (Kuppel) ab. Der Französische Dom erhielt zur gleichen Zeit einen spiegelbildlichen Kuppelturm.

Der Anbau der Kuppel folgte städtebaulichen Vorstellungen zur Verschönerung des Gendarmenmarkts und trug mit einem Skulpturenprogramm zur Symbolik religiöser Toleranz bei; städtebauliche Vorbilder werden in England und Italien vermutet. Während der Bauzeit kam es 1781 zu einem Einsturz, der Weiterbau wurde jedoch fortgesetzt. Die Kuppel hat einen Durchmesser von etwa 13 Metern und ruht auf einem tempelartigen Rundbau; der westlich anschließende Kirchenraum steht auf einem fünfeckigen Grundriss mit einer größeren runden Kuppel von rund 23 Metern. Im 19. Jahrhundert erfuhr das Gebäude eine umfassende Umgestaltung im Neobarock und der Turm diente fortan als Geschäftsstelle, Archiv und Bibliothek des Vereins für die Geschichte Berlins. Orgelneubauten und -ersetzungen prägten die Ausstattung im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Am 22. März 1848 wurden 183 Opfer der Märzrevolution vor dem Dom aufgebahrt und unter großer Anteilnahme beigesetzt.

Schwere Beschädigungen durch alliierte Luftangriffe führten 1943 und 1945 zum weitgehenden Verlust der Bausubstanz und von Sammlungen. Die Ruine wurde 1983–1996 wiederaufgebaut; die Außenansicht wurde originalgetreu rekonstruiert, das Innere modern gestaltet. Nach einem Brandschaden während der Arbeiten 1994 erfolgte 1996 die Wiedereröffnung; infolge eines Grundstückstauschs ging das Bauwerk in staatlichen Besitz über.

Seit 2002 nutzt der Deutsche Bundestag den Turm für die Parlamentshistorische Ausstellung, die sich auf fünf Ebenen mit der Geschichte des Parlaments beschäftigt und aus der früheren Ausstellung „Fragen an die Deutsche Geschichte“ hervorgegangen ist.

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