Im Berliner Bezirk Steglitz vermittelt das Deutsche Blindenmuseum Einblicke in die Technik, Bildung und Alltagskultur blinder Menschen. Es befindet sich heute auf dem Gelände der Johann-August-Zeune-Schule in der Rothenburgstraße 14 und nutzt dort die ehemalige Direktorenwohnung der Blindenschule.
Ursprünglich entstand das Museum 1891 an der Königlichen Blindenanstalt zu Steglitz. Seine Geschichte verlief wechselhaft: 1906 zog die Sammlung in ein eigenes Gebäude mit mehr als 250 m² Ausstellungsfläche. Während der Jahre 1943 bis 1945 erlitt das Museum Verluste, wobei ein großer Teil der Bibliothek und des Archivs erhalten blieb. 1945 musste das Haus wegen fehlender Räume geschlossen werden; Bestände wurden in Kellern und auf Böden gelagert, was zu Schäden und weiteren Verlusten führte. Nach einer Wiedereröffnung 1956 – zum Anlass der 150-Jahr-Feier der Blindenbildung in Deutschland – wurden die Exponate zunächst im ehemaligen Vorschulgebäude gezeigt. 1971 kam es erneut zu einer Schließung, weil die Räume anderweitig benötigt wurden. Seit 1983 ist das Museum am heutigen Standort etabliert.
Auf rund 100 m² Ausstellungsfläche präsentiert das Haus Hilfsmittel, Punktschriftbücher, Schreibgeräte, Spiele und Alltagsgegenstände blinder Menschen. Eindrucksvolle historische Geräte veranschaulichen maßgebliche Erfindungen, darunter die von Oskar Picht, und ergänzende elektronische Hilfsmittel zeigen Technik des Berufsalltags. Archiv und Bibliothek sind noch nicht vollständig erschlossen. Die Ausstellung gliedert sich (Stand 2024) in fünf Bereiche: "Mit dem Finger nach Hogwarts – Bücher ertasten oder anhören", "Schrift sehen und fühlen – Reliefschriften des 18. und 19. Jahrhunderts", "Louis Braille kommt auf den Punkt – Entwicklung der Punktschrift", "Die Punktschrift eröffnet Welten – Arbeit und Bildung dank Braille" sowie "Pluspunkte im Alltag – Hilfsmittel für blinde Menschen".