Dokumentations- und Gedenkstätte des BStU in der ehemaligen U-Haft der Stasi in Rostock

Hermannstraße 34b, 18055 Rostock, Deutschland

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Straße
Hermannstraße 34b
PLZ/Ort
18055 Rostock
Land
Deutschland
Telefon
+49385 588 18983
Web
https://www.lpb-mv.de/projekte/dug-rostock

Beschreibung

In Rostock erinnert die Dokumentations- und Gedenkstätte (DuG) in der ehemaligen Untersuchungshaftanstalt der Bezirksverwaltung der Stasi an die Methoden und Opfer des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR. Die Einrichtung gehört zum Dokumentationszentrum des Landes Mecklenburg-Vorpommern für die Opfer der Diktaturen in Deutschland und bewahrt eine der am besten erhaltenen Untersuchungshaftanstalten des MfS.

 

Die DuG liegt am Grüner Weg 5 (bis 2021 Hermannstraße 34b) nahe dem Stadtzentrum auf dem früheren Gelände der Bezirksverwaltung Rostock. Teile dieses Areals werden heute vom Landgericht Rostock und einem Supermarkt genutzt.

 

Nach der Gebietsreform von 1952 hatte die Staatssicherheit ihr Bezirkshauptquartier zunächst im Rostocker Hof an der Kröpeliner Straße; ein Untersuchungsgefängnis befand sich damals auf dem Gelände hinter der Schwaanschen Straße und wurde bis Ende der 1950er Jahre von Staatssicherheit und Volkspolizei gemeinsam betrieben. Ende der 1950er Jahre entstand in der Nähe die neue Bezirksverwaltung mit der Untersuchungshaftanstalt, die zwischen 1958 und 1960 gebaut wurde und rund 110 Plätze in etwa 50 Zellen bot. Von 1960 bis 1989 saßen hier mehr als 4.800, überwiegend politische Häftlinge, viele wegen Fluchtversuchen aus der DDR. Am 4. Dezember 1989 besetzten Bürgerrechtler das Verwaltungsgebäude, stoppten die Aktenvernichtung und fanden in der U-Haft kaum noch Insassen, da die Amnestie vom Oktober 1989 viele freigelassen hatte. Nach der Wiedervereinigung diente das Gefängnis kurzfristig weiter als Untersuchungshaftanstalt; Umbauten aus dieser Zeit, etwa der Abriss von Trennwänden zwischen Zellen, wurden bei der Sanierung bis 2021 teilweise rückgebaut oder rekonstruiert.

 

Seit 1998 gehört die Untersuchungshaftanstalt zum landesweiten Dokumentationszentrum, zu dem auch das ehemalige Untersuchungsgefängnis am Demmlerplatz in Schwerin zählt. Von Oktober 1999 bis August 2017 wurde die DuG von der Außenstelle Rostock des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU) in Kooperation mit der Universität Rostock betrieben. Nach einer Schließung zur Sanierung zwischen 2017 und 2021 übernahm die Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern die Trägerschaft; am 2. Juli 2021 wurde die Gedenkstätte mit einer neuen Ausstellung wiedereröffnet.

 

Die Ausstellung dokumentiert die Arbeitsweisen des MfS, macht Haftbedingungen sichtbar und stellt das Gedenken an die Betroffenen in den Mittelpunkt.

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