Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit

Britzer Straße 5, 12439 Berlin, Deutschland

Wo Sie uns finden:

Straße
Britzer Straße 5
PLZ/Ort
12439 Berlin
Land
Deutschland
Telefon
+49 (0)30 6390 288 0
Fax
+49 (0)30 6390 288 29

Web
http://www.dz-ns-zwangsarbeit.de
E-Mail
schoeneweide@topographie.de

Beschreibung

In Niederschöneweide (Bezirk Treptow‑Köpenick) bewahrt das Dokumentationszentrum NS‑Zwangsarbeit die Zeugnisse derjenigen, die während des Nationalsozialismus zur Zwangsarbeit herangezogen wurden. Es dokumentiert ihre Lebensbedingungen in Lagerunterkünften, bei der Arbeit und im Alltag und war bis zur Eröffnung des Museums Zwangsarbeit im Nationalsozialismus in Weimar 2024 das einzige Institut dieser Art in Deutschland.

 

Das Gelände zwischen Britzer, Köllnischer und Rudower Straße gehörte Anfang des 20. Jahrhunderts überwiegend der Reichsbahn und war als Kiefernwald ein Naherholungsgebiet; ein kleiner Teil war in jüdischem Besitz und wurde im Verlauf der NS‑Verfolgung enteignet. Ab 1943 planten die zuständigen Reichsbehörden hier den Bau eines Wohnlagers mit 13 steinernen Baracken für über 2000 ausländische Zwangsarbeiter; die Anlage trug die Bezeichnung „Lager 75/76“. Die Steinbaracken, teilweise mit Luftschutzbunkern ausgestattet, sollten durch den Baumbestand zusätzlichen Schutz vor Luftangriffen bieten. In Teilen des Doppellagers waren italienische Militärinternierte untergebracht; andere Baracken dienten zeitweilig als KZ‑Außenlager für weibliche Häftlinge, die in der Batterieproduktion tätig waren.

 

Nach 1945 nutzten verschiedene staatliche Einrichtungen das Areal; in den folgenden Jahrzehnten wurden einzelne Gebäude abgerissen oder umgenutzt. Bei Untersuchungen in den 1990er Jahren erwies sich das Ensemble als weitgehend erhaltene Spur des Zwangsarbeitssystems. Erste Gedenkprojekte begannen Mitte der 1990er Jahre; seit 2006 gehört das Dokumentationszentrum zur Trägerschaft der Stiftung Topographie des Terrors und des Landes Berlin.

 

Als Gedenk‑ und Lernort wurden mehrere der noch vorhandenen Baracken instandgesetzt und für Ausstellungen, Seminarräume, Bibliothek und Archiv ausgebaut. Eine der frühesten wiederhergestellten Baracken zeigt zahlreiche Originalspuren wie Inschriften, unverschalte Mauerwerke und Sanitärräume; andere Häuser beherbergen Dauerausstellungen und wechselnde Sonderausstellungen zu regionalen und internationalen Aspekten der NS‑Zwangsarbeit. Zu den Dauerausstellungen zählen Darstellungen des Alltags Zwangsarbeit 1938–1945 sowie eine ausführliche Auseinandersetzung mit dem Schicksal der italienischen Militärinternierten 1943–1945. Das Dokumentationszentrum verbindet historische Forschung, konservatorische Arbeit und Erinnerungsarbeit an diesem historischen Ort.

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