Domschatzkammer

Liebfrauenstr. 12, 54290 Trier, Deutschland

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Straße
Liebfrauenstr. 12
PLZ/Ort
54290 Trier
Land
Deutschland
Telefon
0651 979079-0
Web
https://www.trierer-dom.de/bauwerk/domschatz/index.html

Beschreibung

In der Hohen Domkirche St. Peter zu Trier bewahrt der Trierer Domschatz eine bedeutende Sammlung sakraler Kunstgegenstände und liturgischer Objekte; die Bestände gehören zur Ausstattung der Mutterkirche des Bistums Trier.

Ursprünglich lagen Reliquien und Kostbarkeiten in einem um 1200 entstandenen Schatzhaus an der Nordseite des Chors. Mit dem wachsenden Pilgeraufkommen wurde um 1480 an der Südseite der so genannte Badische Bau errichtet; im Obergeschoss dieses Bauwerks befinden sich seitdem das Domarchiv und der Domschatz.

Quellen wie Inventare aus 1238, 1429 und 1776 sowie ein Kupferstich von 1655 liefern Einblick in die historische Zusammensetzung der Sammlung, die über Jahrhunderte hinweg geschützt wurde. Im 18. Jahrhundert gingen größere Bestände verloren: 1792 wurden 399 Kilogramm Edelmetall eingeschmolzen, sodass nur eine handverlesene Zahl von Objekten diese Verluste überdauerte. Im 19. und 20. Jahrhundert gelangten zahlreiche Werke aus säkularisierten Kirchen, durch Schenkungen, Leihgaben, den Kunsthandel sowie durch Neuanfertigungen in den Bestand. Zum Schutz vor Luftangriffen wurden die Schätze gegen Ende des Zweiten Weltkriegs ausgelagert; im April 1945 wurden sie in einem Stollen entdeckt und bereits im Mai 1945 teilweise in ihre Heimstätten zurückgeführt. Die wissenschaftliche Betreuung des Bestands obliegt dem Museum am Dom.

Der Bestand umfasst Exponate von der Spätantike bis ins 20. Jahrhundert, mittelalterliche Handschriften und liturgische Gewänder. Hervorzuheben ist ein elfenbeinernes Relief aus dem 5. Jahrhundert (13 × 26 cm), wahrscheinlich aus Konstantinopel, das eine Reliquienprozession und byzantinische Hofzeremonien zeigt. Aus dem Mittelalter sind unter anderem das griechische Lektionar Codex Simeonis und eine nadelgebundene Mütze des Simeon von Trier erhalten sowie das Perikopenbuch des Jahres 1380, das vom Leben Christi berichtet. Das um 1100 in Helmarshausen entstandene Evangeliar mit einem reich geschmückten Buchdeckel gilt als Kostbarkeit der Goldschmiedekunst. Aus der Romanik stammen bedeutende Reliquiare: der kastenförmige Andreas-Tragaltar (Egbert-Schrein) mit der Sandale des Apostels Andreas und weiteren Reliquien, das sprechende Reliquiar für den Heiligen Nagel, eine 28 cm lange, mit Limoges-Email veredelte Krümme eines Bischofsstabs sowie ein um 1100 datiertes Rauchfass mit komplexer ikonografischer Aussage. Ergänzt wird die Sammlung durch historistische Arbeiten des 19./20. Jahrhunderts, etwa neogotische liturgische Geräte.

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