Im Hamburger Museumsnetz nimmt das electrum – Das Museum der Elektrizität eine spezielle Rolle als Ort für die Geschichte und Praxis elektrischer Energie ein. Die Sammlung entstand aus Beständen der Hamburgischen Electricitäts-Werke (HEW) und war lange Zeit in Barmbek‑Süd präsent, bevor nach einer Schließung 2001 eine Neugründung in Harburg 2011 erfolgte.
Die ersten Objekte sammelte das Unternehmen bereits in den 1920er Jahren für interne Ausbildung und Forschungszwecke. 1964 öffnete eine Ausstellungshalle in einer ehemaligen Umformerstation am Klinikweg 23; nach einem nahezu zweijährigen Umbau wurde die Einrichtung 1979 unter dem Namen electrum wiedereröffnet. Ausgangsbezogen auf das Unternehmen widmete sich die Ausstellung zunächst der frühen Elektrifizierung und der Stadtgeschichte. Mit der Sammlungserweiterung rückten danach Anwendungen im Haushalt, Gewerbe und Hafen in den Mittelpunkt. Bis zur Schließung verzeichnete das Museum jährlich zahlreiche Besucher und galt im deutschsprachigen Raum als eine der führenden Institutionen dieses Themas.
Die angekündigte Schließung aus Kostengründen führte 2001 zur Einstellung des Betriebs; Bemühungen eines Fördervereins, das Museum eigenständig fortzuführen, blieben erfolglos. Die Sammlungsbestände lagern seither auf einem Betriebshof des HEW‑Nachfolgers Vattenfall Europe in Hamburg‑Bramfeld und werden gelegentlich an andere Museen verliehen. Eine Dampfspeicherlok von 1911 wurde 2003 an eine Eisenbahnvereinigung übergeben und nach Geesthacht umgesetzt. Zeitweise wurde geprüft, Teile des Bestands in ein geplantes Science Center in der HafenCity zu integrieren.
Für die Wiedereröffnung in Harburg stellte Vattenfall Europe 2010 das Souterrain seines Hauses in der Schloßstraße 1 zur Verfügung. Auf etwa 530 Quadratmetern werden rund 6.000 der insgesamt 10.000 Exponate gezeigt; außerdem gibt es Sonderpräsentationen, etwa die Eröffnungsausstellung Hörstrom – Musik und Unterhaltungsgeräte gestern und heute. Zu den künstlerischen Beiträgen früherer Ausstellungsjahre zählen Arbeiten von Walter Giers (1990), Klaus Geldmacher (1991), Peter Vogel (1994), Gvoon Arthur Schmidt (1996) und Frank Fietzek (1997).
Zur Publikation erschien ein Katalog: electrum, Das Museum der Elektrizität, Herausgeber: Hamburger Electricitäts‑Werke AG, 70 Seiten.