Ethnologisches Museum SMB

Schlossplatz, 10178 Berlin, Deutschland

Wo Sie uns finden:

Straße
Schlossplatz
PLZ/Ort
10178 Berlin
Land
Deutschland
Telefon
030 8301273
Web
https://www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/ethnologisches-museum/home/

Beschreibung

Im Humboldt Forum im rekonstruierten Berliner Schloss ist das Ethnologische Museum der Staatlichen Museen zu Berlin untergebracht. Seine Bestände umfassen rund eine halbe Million ethnografischer und archäologischer Objekte aus Afrika, Amerika, Asien und Australien sowie zahlreiche Ton-, Bild-, Film- und Schriftdokumente. Die Sammlung gilt international als besonders umfangreich und wissenschaftlich bedeutend.

Die Wurzeln reichen bis in frühere königliche Kunstkammern zurück; über Jahrhunderte gelangten Objekte durch Handelsbeziehungen und Expeditionen nach Berlin. Im 19. Jahrhundert wurden die Bestände systematisch geordnet und sukzessive zu einer eigenständigen ethnologischen Sammlung ausgebaut. Aus Sammlungsaktivitäten jener Zeit stammen auch Stücke von berühmten Entdeckungsfahrten und diplomatischen Gaben, darunter ein Federmantel aus Hawaii und Exponate aus der Sammlung von James Cook.

Ab Ende des 19. Jahrhunderts existierte ein eigenes Museumsgebäude für Völkerkunde; Sammlungspolitik und Präsentationsformen wandelten sich von Kuriositätensammlungen hin zu systematischen kulturwissenschaftlichen Dokumentationen. Platzmangel führte im 20. Jahrhundert zur Verlagerung großer Teile der Bestände nach Dahlem; die Präsentation für ein breiteres Publikum wurde parallel weiterentwickelt. Kriegseinlagerungen, Beschlagnahmungen und die deutsche Teilung beeinflussten Besitzlage und Zugänglichkeit erheblich. Nach der Wiedervereinigung konnten die meisten Teile wieder zusammengeführt werden, während einige tausend Objekte weiterhin ungeklärt sind.

Heute bleiben große Teile der Sammlung in Dahlem als Forschungscampus, während für die Ausstellung im Humboldt Forum zentrale Stücke gezeigt werden. Das Museum beherbergt neben regional gegliederten Sammlungen auch die musikethnologische Abteilung mit dem Berliner Phonogramm-Archiv sowie eine wissenschaftliche Spezialbibliothek. Provenienzfragen und Rückgabevereinbarungen, etwa mit Nigeria, gehören inzwischen zum institutionellen Arbeitsfeld. Hinweise auf chemische Konservierungsbehandlungen organischer Objekte weisen darauf hin, dass manche Stücke kontaminiert und im Umgang gefährlich sein können.

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