Fürst Thurn und Taxis Schlossmuseum - Museum Kreuzgang

Emmeramspl 5, 93047 Regensburg, Deutschland

Wo Sie uns finden:

Straße
Emmeramspl 5
PLZ/Ort
93047 Regensburg
Land
Deutschland
Telefon
+49 (0)941 - 5048-0
Fax
-

Web
https://www.thurnundtaxis.de/
Tags
Schloss

Beschreibung

Im Schloss St. Emmeram in Regensburg beherbergt die Fürstliche Schatzkammer Thurn und Taxis als Zweigmuseum des Bayerischen Nationalmuseums die kunsthistorischen Bestände des Fürstenhauses und macht sie der Öffentlichkeit zugänglich.

Nach dem Tod von Johannes von Thurn und Taxis 1990 setzte der Freistaat Bayern 1993 die Möglichkeit um, anfallende Erbschaftssteuern durch Übernahme bedeutender Kunstgegenstände zu begleichen. Auf diese Weise gingen mehr als 2.200 Objekte im Schätzwert von knapp 44 Millionen DM in staatlichen Besitz, wodurch der Kernbestand einer über drei Jahrhunderte gewachsenen Sammlung vor einer Zerstreuung bewahrt wurde. Bereits bei der Übernahme war vorgesehen, die Werke in Regensburg in einem Zweigmuseum des Bayerischen Nationalmuseums zu erhalten und im historischen Kontext zu präsentieren. Das Museum wurde 1998 eröffnet; seither regeln vertragliche Vereinbarungen zwischen dem Freistaat Bayern, dem Bayerischen Nationalmuseum, der Stadt Regensburg und dem Haus Thurn und Taxis den Betrieb.

Für die Ausstellung wurde der Nordtrakt des Fürstlichen Marstalls bis zur Eröffnung umfassend instand gesetzt. Der klassizistische Dreiflügelbau von 1829–1832 ersetzte damals den früheren Abteigarten und schließt den Schlosskomplex nach Westen ab; Fassaden und Eingangsbereiche sind mit figürlichen Reliefs geschmückt. Die Sammlungsräume nutzen im Erdgeschoss den dreischiffigen, gewölbten Stall mit tuskischen Säulen sowie angrenzende Futterkammern und die Sattelkammer; im Obergeschoss liegen ehemalige Arbeitsräume. In der benachbarten ehemaligen Reithalle ist das Marstallmuseum mit der Kutschensammlung des ehemaligen Fürstenhauses untergebracht, die weiterhin Eigentum der Familie ist.

Die Ausstellung umfasst Goldschmiedekunst, Porzellan, Glas, Uhren, Möbel und die Gewehrsammlung des Hauses. Teile der Präsentation orientieren sich an den ursprünglichen Funktionszusammenhängen der Hofhaltung im 18. und 19. Jahrhundert. Im Erdgeschoss ist eine Tafel mit einem bedeutenden Wiener Porzellanservice um 1735 eingedeckt und von Konsoltischen und Wandspiegeln aus den Palais in Brüssel und Frankfurt umrahmt; ein Boudoir stellt einen Toilettentisch inszeniert dar. In einer inneren Schatzkammer werden besonders kostbare Stücke gezeigt, darunter Tabatièren des Fürsten Carl Anselm von Thurn und Taxis, mit Brillanten geschmückte Kleinodien des Ordens vom Goldenen Vlies sowie liturgische Geräte und geistliche Insignien aus den Stiften Neresheim und Obermarchtal, die nach der Säkularisation 1803 an das Fürstenhaus gelangten. Im ersten Stock ergänzt ein kompletter Biedermeiersalon die Präsentation; in drei Räumen ist die Gewehrkammer untergebracht, eine der größten Sammlungen von Jagdwaffen im deutschsprachigen Raum, mit zahlreichen Stücken der Regensburger Büchsenmacherfamilie Kuchenreuter.

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