Das Schloss Sigmaringen, auch Hohenzollernschloss, markiert als ehemalige fürstliche Residenz das historische Zentrum der gleichnamigen Stadt und prägt das Donautal am südlichen Rand der Schwäbischen Alb.
Die Anlage sitzt auf dem langgestreckten Kalkfelsen des Weißjura, dem sogenannten Schlossberg, der sich etwa 200 Meter hinzieht und bis zu 35 Meter über die Donau ragt. Das Plateau liegt in der Landschaft des Naturparks Obere Donau auf rund 605 Metern Höhe; die Donau selbst beträgt etwa 570 Meter. Die exponierte Lage erklärt die ursprüngliche Bedeutung als mittelalterliche Schutzburg.
Die Geschichte des Bauwerks reicht ins 11. Jahrhundert zurück; eine Burganlage wird erstmals 1077 in Zusammenhang mit einer Belagerung genannt. Im 12. und 13. Jahrhundert erfolgte ein Neubau in Buckelquadertechnik. Besitzwechsel und Ausbauphasen unter regionalen Grafengeschlechtern prägten das Anwachsen zur Schlossanlage. Im 16. Jahrhundert ging das Haus Sigmaringen an das Haus Hohenzollern über; seither entwickelte sich das Schloss zur Residenz der Linie Hohenzollern-Sigmaringen. Kriegszerstörungen, Brände und wiederholte Umbauten bestimmten die bauliche Entwicklung vom Barock bis ins 19. Jahrhundert, als umfassende Repräsentationsbauten und attraktive Interieurs entstanden. Ein schwerer Brand 1893 zerstörte große Teile des Ostflügels; der betroffene Bereich wurde bis in die ersten Jahre des 20. Jahrhunderts wiederaufgebaut und stilistisch neu gestaltet. Während des Zweiten Weltkriegs diente das Schloss in den letzten Monaten 1944/45 als Exilstandort französischer Vichy-Politiker; die Beschlagnahme endete 1951 und das Anwesen kehrte zur Fürstenfamilie zurück. Seit Ende des 20. Jahrhunderts werden Teile des Schlosses wieder als Wohnsitz und Verwaltung genutzt; das Ensemble bleibt zugleich Museum.
Die heutigen Sammlungen und Ausstellungen spiegeln diese Geschichte: historische Repräsentationsräume mit Möbeln, Gemälden und Porzellan vermitteln höfische Lebenswelten. Die Waffensammlung umfasst rund 3.000 Objekte und zählt zu den umfangreichsten privaten Beständen Europas; sie dokumentiert Entwicklungen von Mittelalter bis 20. Jahrhundert und zeigt neben europäischen Rüstungen auch außereuropäische Stücke. Im Galeriebau befanden sich das Fürstliche Museum mit bedeutenden Werken schwäbischer Kunst sowie eine vor- und frühgeschichtliche Sammlung, deren archäologischer Bestand 2022 an das Landesmuseum Württemberg überging. Das Marstallgebäude präsentiert den fürstlichen Fuhrpark mit Kutschen und Hofgerätschaften. Die fürstliche Hofbibliothek im Wilhelmsbau bewahrt rund 200.000 Bände und umfangreiche Archiv‑ und Handschriftenbestände.