Im lebendigen Viertel St. Pauli vermittelt das FC St. Pauli-Museum die Geschichte des Vereins und seiner vielfältigen Fan- und Stadtgemeinschaft.
Die Ausstellungsräume liegen im Erdgeschoss der östlichen Tribüne (Gegengerade) des Millerntor-Stadions. Träger des Museums ist der Verein „1910 – Museum für den FC St. Pauli e. V.“, der 2012 gegründet wurde.
Ausgangspunkt war eine temporäre Containerausstellung auf dem Harald-Stender-Platz von Juni bis Oktober 2010 mit knapp 2000 Exponaten; im Anschluss wurde der Wille zur Einrichtung einer festen Präsentation beschlossen. Beim Neubau der Gegengerade zwischen Juni 2012 und Anfang 2013 war ursprünglich eine Kombination aus Stadionflächen und einer polizeilichen Wache geplant. Nach Widerstand gegen diese Nähe zwischen aktiver Fanszene und Polizei blieb die Polizeiwache an ihrem bisherigen Standort, und die Flächen im Stadion konnten für vereinsnahe Zwecke erhalten werden. Die Rohbauflächen wurden 2017 fertiggestellt und dem Förderverein zur Ausgestaltung übergeben. Die Dauerausstellung unter dem Titel „KIEZBEBEN 2.0“ wurde Anfang 2020 eröffnet.
Das Museum sammelt, archiviert, bewahrt und ergänzt Objekte zur Geschichte des FC St. Pauli. Der Bestand umfasst Fotografien und weiteres Bildmaterial, Video-Interviews mit Zeitzeugen, historische Trikots und Fußballschuhe, Presseartikel, Erinnerungsstücke, Dokumente sowie Fantransparenten und Plakate; zahlreiche Behördenunterlagen sind Teil des Archivs. Zur Dauerausstellung gehört eine teilrekonstruierte Gegengerade in Originalgröße, ein Außenbereich mit der historischen manuellen Anzeigetafel sowie ein Ausstellungssegment zu den besetzten Häusern der Hafenstraße mit eigens aufgebauter Straßenbarrikade. Dauerhaft zu sehen sind zwei beleuchtete Modelle des Millerntor-Stadions im Maßstab 1:100, eines des heutigen Stadions und eines seines Vorgängers. Im Foyer befindet sich die 1910-Weinbar hinter einer verschiebbaren Glasfront; sie wird ehrenamtlich betrieben.
Finanziert wird der Trägerverein überwiegend durch Mitgliedsbeiträge (mehr als 1000 Mitglieder), Spenden, Zuwendungen und Eintrittsgelder.