Im historischen Zentrum der Sebalder Altstadt präsentiert das Stadtmuseum Fembohaus die Nürnberger Stadtgeschichte über fast ein Jahrtausend. Das Museum nutzt das repräsentative Kaufmannshaus der Spätrenaissance, das in Nürnberg als einziges großes Gebäude seiner Art erhalten ist, für eine zeitgemäße und kontextorientierte Darstellung städtischer Entwicklung. Es gehört zum Verbund der Museen der Stadt Nürnberg.
Das Haus wurde Ende des 16. Jahrhunderts für den Kaufmann Philipp van Oyrl errichtet und diente seiner Familie und der Handelsfirma als Stammhaus. Im 17. Jahrhundert erhielt das Gebäude eine barocke Ausstattung; besonders eindrucksvoll ist die von italienischem Stuck geprägte Decke aus dem Jahr 1674. Im 18. Jahrhundert wurde das Anwesen Sitz einer bedeutenden Landkartendruckerei (Homännische Offizin). Im 19. Jahrhundert gelangten Anteile an den Besitz an die Familie, nach der das Haus heute benannt ist. Die Stadt erwarb das Gebäude 1928. Das Vorderhaus überstand den Zweiten Weltkrieg weitgehend, Rück- und Zwischengebäude wurden wiederaufgebaut; 1953 eröffnete hier das stadtgeschichtliche Museum. Eine umfassende Sanierung und Neukonzeption erfolgte zwischen 1996 und 2000; 2016 wurde im historischen Innenhof eine neue Dauerausstellung eingerichtet.
Die Dauerausstellung verbindet ein großes, tönendes Stadtmodell als Einstieg mit thematisch gegliederten Bereichen zu Kaiserzeit, Handwerk, Rat, Handel und Alltagsleben. Repräsentative Wohnräume wie der Familiensaal um 1600 und die prächtige Barockstuckdecke stehen neben historischen Stadtansichten, Sammlungsstücken der Homännischen Kartografie und Objekten aus Kunst und Musik. Besondere Exponate sind das monumentale Festmahl-Gemälde, das Schöne Zimmer aus dem Pellerhaus mit seiner kassettierte Decke und der in Messing gegossene Apollobrunnen aus der Renaissance.
Die Gebäudefront mit südlicher Ausrichtung zeigt ein Sandsteinchörlein aus 1680 und reich verzierte Giebelornamente; ein dreigeschossiger Mittelbau mit Holzgalerien verbindet Vorder- und Rückgebäude. Als weitgehend unversehrte Bürgerhausanlage bietet das Fembohaus nicht nur Ausstellungsräume, sondern selbst ein bedeutendes Zeugnis Nürnberger Bau- und Wohnkultur.