Festungsmuseum Crestawald

Italienische Strasse Crestawald, 7434 Sufers, Schweiz

Wo Sie uns finden:

Straße
Italienische Strasse Crestawald
PLZ/Ort
7434 Sufers
Land
Schweiz
Telefon
+41 81 650 90 30
Web
http://www.crestawald.ch/
Tags
Festung Burg

Beschreibung

Im Rheinwald, nahe dem Dorf Sufers im Kanton Graubünden, befindet sich die Festung Crestawald, ein ehemaliges Artilleriewerk der Sperrstelle Sufers, das heute als militärhistorisches Museum erhalten ist. Die Anlage wurde geplant, um im Rahmen der Reduit-Strategie die süd‑nord verlaufende Verkehrsverbindung zu blockieren und so bei einem Angriff der Achsenmächte die Passwege und das Viamala‑Tal zu sichern.

Die Festung liegt zwischen Sufers und Andeer an der alten Kantonsstrasse und überwachte die Zufahrten von der italienisch‑schweizerischen Grenze über den Splügenpass und den San‑Bernardino‑Pass aus Richtung Tessin. Ihr Bau begann unter strenger Geheimhaltung im September 1939 und wurde im Juni 1941 abgeschlossen. Kernbestandteil waren zwei 10,5‑cm‑Kanonen Typ 35 L42 mit den Bezeichnungen Silvia und Lukrezia, eine lizenzierte schwedische Schiffsgeschützkonstruktion, die in der Schweiz gefertigt wurde. Die Geräte hatten eine reguläre Reichweite von 17 km; bei verringerter Treffgenauigkeit konnten sie bis zu 23 km erreichen. Dadurch konnte die Festung die genannten Höhen sichern, ohne selbst wesentlich von gegnerischer Artillerie bedroht zu sein.

Zur Nahverteidigung dienten in den Fels gesprengte Stellungen für Maschinengewehre, Panzerabwehrkanonen sowie drei Fliegerabwehrgeschütze. Rund 95 Soldaten waren dauerhaft stationiert. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg blieb die Anlage größtenteils geheim und wurde weiter ausgebaut; erst Ende des 20. Jahrhunderts endete diese Praxis, 1991 wurde noch eine Filteranlage gegen chemische Kampfstoffe installiert. Für die Kanonen waren etwa 10'000 Geschosse eingelagert.

Mitte der 1990er‑Jahre wurde die Festung außer Dienst gestellt; in der Folge wandelte ein Verein die Anlage in ein Museum um. Nach Jahrzehnten strengster Geheimhaltung, die bis in den Kalten Krieg reichte, wurde die Festung Crestawald im Jahr 2000 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Museum bewahrt die originalen Bunkeranlagen und die Artillerieausstattung und dokumentiert zugleich die Disziplin und das Schweigegebot, das den Dienstalltag der Besatzungen prägte.

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