Im Marstall des Potsdamer Stadtschlosses präsentiert das Filmmuseum Potsdam die Geschichte des Films mit einem klaren regionalen Schwerpunkt: Die Bestände und Ausstellungen richten den Blick auf die Filmstadt Babelsberg und die dort entstandenen Produktionen.
Das Haus befindet sich im historischen Marstall und ist organisatorisch mit der Filmuniversität „Babelsberg Konrad Wolf“ verbunden; seit 1991 gehört es zur Trägerschaft des Landes Brandenburg. Ergänzend zur Präsentation im Marstall wurde 2022 ein neues Gebäude für Sammlungen und Restaurierung in der Marlene-Dietrich-Allee 12 eröffnet. Die zusätzlichen 6.300 m² schaffen Platz für Forschung, Lehre und ein öffentliches Schaudepot im Zentrum der Medienstadt Babelsberg.
Die Entstehung des Museums geht auf einen Beschluss der Potsdamer Stadtverordnetenversammlung aus dem Jahr 1977 zurück. Eröffnet wurde es 1981 unter dem Namen „Filmmuseum der DDR“; frühe Ausstellungen behandelten Filmtechnik sowie die Geschichte von Ufa und DEFA. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurden Sammlungstätigkeit, Forschung und Programm deutlich ausgeweitet. 1991 übernahm das Land Brandenburg die Verantwortung, Anfang der 1990er Jahre erfolgte eine Innensanierung und die Einbringung einer historischen Kinoorgel; 2011 wurde die derzeitige ständige Schau „Traumfabrik – 100 Jahre Film in Babelsberg“ eröffnet. Das Museum gehört dem Deutschen Kinematheksverbund an.
Inhaltlich konzentriert sich das Filmmuseum auf Filme, Produktionstechnik und die Künstler, die in Babelsberg gearbeitet haben, darunter Werke aus den Epochen von Bioscop, Ufa, DEFA und Studio Babelsberg. Die Sammlungen umfassen Fotografien, Szenenbild- und Kostümentwürfe, Modelle, Requisiten, Kostüme, Produktionsunterlagen sowie Plakate, Programmhefte und Pressematerial. Mehr als 200 Nachlässe und geschlossene Sammlungen werden durch Zeitzeugengespräche ergänzt; ein Videoarchiv, eine Bibliothek und umfangreiche filmtechnische Bestände mit schriftlicher Dokumentation und Patenten stehen für wissenschaftliche Nutzung bereit. Katalogisiert sind die Bestände nach Personen- und Filmtiteln sowie in alphabetischen und numerischen Verzeichnissen.
Zum Haus gehört zudem ein Kinosaal im Marstall, in dem historische Filme und ausgewählte aktuelle Produktionen gezeigt werden; Stummfilme werden hierbei musikalisch von der historischen Kinoorgel begleitet.