Im historischen Zentrum von Halle (Saale) befindet sich das Wilhelm-Friedemann-Bach-Haus, in dem die Stiftung Händel-Haus seit dem 30. Mai 2012 die Ausstellung „Musikstadt Halle“ zeigt und damit die Musikhistorie der Saalestadt anhand überregional bedeutsamer Persönlichkeiten des lokalen Musiklebens vermittelt.
Das Gebäude steht an der Adresse Große Klausstraße 12 und geht auf ein 1554 errichtetes Badehaus zurück, das Haus, Hof und Garten auf dem Eckgrundstück umfasste. Der Komponist Wilhelm Friedemann Bach, der von 1746 bis 1764 als Musikdirektor und Organist an der Marktkirche Unser Lieben Frauen tätig war, zog 1762 oder 1763 aus der Großen Nikolaistraße in ein „Quartier der Clausbadstube“ auf diesem Grundstück.
Erhalten geblieben ist heute vor allem der dem Straßenzug zur Große Klausstraße zugewandte Flügel des Fachwerkbaus mit Keller, Erdgeschoss und erstem Obergeschoss, einschließlich einer traditionellen Bohlenstube. Der zur Saale orientierte Abschnitt wurde 1834 wegen Baufälligkeit abgebrochen und an seiner Stelle entlang des heutigen Hallorenrings neu errichtet. Mit Beginn der Hausnummerierung 1855 wurde die Liegenschaft zunächst als Große Klausstraße 18 geführt; die heutige Nummer 12 erhielt sie erst Mitte der 1980er Jahre.
Im 19. Jahrhundert veränderte ein Aufstockung 1874 das Erscheinungsbild des Renaissanceflügels, wobei das bisher steilere Dach mit Gaube und Dachfenster erhalten blieb. Im Verlauf des 19. und 20. Jahrhunderts beherbergte das Eckhaus wechselnde Gewerbebetriebe und eine Gaststätte („Zum goldenen Hahn“). Zwischen den 1940er und 1980er Jahren blieben größere Investitionen aus, so dass sich in den 1980er Jahren ein erheblicher Sanierungsbedarf zeigte. Eine erste grundlegende Instandsetzung erfolgte 1987–1989; von 2009 bis 2012 wurde das Gebäude denkmalgerecht restauriert und für die heutige Nutzung hergerichtet.