Seit 2019 hat die Galerie Kulturhaus einen inklusiven Schwerpunkt. Wir zeigen „Outsider Art“ – künstlerische Arbeiten von Menschen mit körperlichen, geistigen oder psychischen Beeinträchtigungen. Sie sehen auf unseren rund 100 m2 Ausstellungsfläche Werke, die sich nicht selten durch eine unkonventionelle Bildsprache auszeichnen. Arbeiten, die nahezu unberührt von den Tendenzen zeitgenössischer Kunstentwicklung sind, überzeugen durch ihre ungebrochene Fantasie und ihre unkonventionelle Bildsprache. Einige der Künstler erhalten in kunsttherapeutischen Einrichtungen und Kunstwerkstätten unterstützende Assistenz. Für unsere Arbeit kooperieren wir mit Einrichtungen aus Spandau und anderen Berzirken Berlins. Außerdem sehen Sie bei uns Ausstellungen, in denen die Arbeiten beeinträchtigter und nicht beeinträchtigter Künstler gemeinsam gezeigt werden. Wir schaffen hierfür im Vorfeld den Raum für die Begegnung der Kunstschaffenden, gemeinsam entwickeln wir passende Ausstellungskonzepte, wählen Arbeiten aus und gestalten Begleitveranstaltungen. Ein drittes Ausstellungsformat in der Galerie Kulturhaus ist die fotografische Präsentation von inklusiven Kunstprojekten, die andernorts stattfinden. Die Galerie Kulturhaus ist eine von insgesamt 36 Kommunalen Galerien in Berlin.
Neben den Ausstellungen dient der Galerieraum auch als Veranstaltungsort für kleinere Konzerte und Kindertheater-Vorstellungen.
Die Ausstellung bietet einen Einblick in künstlerische Positionen aus vier Jahrzehnten Kunst im Haus der Diakonie Wehr-Öflingen (HdD Wehr-Öflingen) und lädt zur kreativen Inklusion ein. Augenscheinlich wird die Vielfalt der beschrittenen kreativen Wege zum individuellen Ausdruck beteiligter Künstler*innen aus dem Dreiländereck: Deutschland-Frankreich-Schweiz. Die kontrastreichen Arbeiten sind voller Dynamik und Energie. Jede Arbeit ist nicht nur Ausdruck einer persönlichen Geschichte, sondern Zeugnis des beständigen künstlerischen Schaffens im HdD Wehr-Öflingen. Die Arbeiten sind in unterschiedlichen Kontexten im HdD Wehr-Öflingen entstanden: Im Atelier, in Workshops oder bei Kunstaktionstagen, die renommierte internationale Künstlerinnen und Künstler für Bewohnerinnen und Bewohner im HdD Wehr-Öflingen realisieren. Nach erfolgreichen Präsentationen der Ausstellung in Galerien in Lörrach (DE) und Huningue (FR), wandert die Ausstellung in überarbeiteter Form nach Berlin-Spandau, um das Netzwerk im Bereich der sog. Outsider Art zu erweitern.
Die Arbeiten von Ilona Marsiske, Marina Schreiber und Stefan Tiersch brechen mit Gewohntem und öffnen visuelle Erfahrungsräume zwischen Makro- und Mikrokosmos. Marsiskes (*1961) Werke kreisen um Anderswelten, Multiversen und das Kosmische – als poetische Gegenentwürfe zum gelebten Realismus. Tierschs (*1982) florale Verflechtungen breiten sich über Papier, Leinwand und ungewöhnliche Bildträger wie Schallplatten aus und laden zum Erkunden hybrider Pflanzen- und Fabelwesen ein. Schreibers (*1958) feingliedrige Plastiken aus verwobenen, elektronischen Widerständen, Perlen und Polymeren, die sie „Biomorphe Abstraktionen“ nennt, erinnern in ihrer Formenvielfalt an Mikroorganismen. Durch ihre künstlerische Transformation lösen sie sich von biologischen Vorbildern und veranschaulichen den schöpferischen Variationsreichtum des Lebendigen.