Die Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen befindet sich auf dem Gelände des früheren Konzentrationslagers Sachsenhausen am nördlichen Stadtrand von Oranienburg, unweit Berlins, und dient als Erinnerungs- und Lernort zur NS-Geschichte.
Das Lager entstand im Sommer 1936 durch den Aufbau von Häftlingen aus den aufgelösten Emslandlagern. Es unterscheidet sich räumlich und zeitlich vom kurz zuvor existierenden KZ Oranienburg im Stadtzentrum; das spätere Lagergelände reichte teils bis in den Ortsteil Sandhausen und auf Flächen des Staatsforstes Sachsenhausen. Wegen seiner Nähe zu Berlin und zur Gestapozentrale spielte es im System der Konzentrationslager eine besondere Rolle.
Die Anlage wurde von der SS als Musterlager konzipiert und weist eine strikte, auf Kontrolle und Überwachung ausgerichtete Raumstruktur auf: ein markanter Wach- und Leitbereich dominierte Appellplatz und Barackenlager, ergänzt durch ein daneben gelegenes Truppenlager, in dem SS-Einheiten stationiert und ausgebildet wurden. Im Lauf der Zeit entstanden etwa 80 Außenlager und mehrere Baubrigaden; das gesamte System diente vor allem der Zwangsarbeit für Rüstungs- und andere Betriebe.
Zwischen 1936 und 1945 waren im Hauptlager und den Außenstellen rund 177.000 Menschen aus über 40 Nationen inhaftiert; einschließlich der dorthin gebrachten Opfer liegt die Gesamtzahl der Gefangenen bei etwa 190.000. Mindestens 40.000 Menschen verloren ihr Leben; zu den größten Verbrechen zählen die Massenerschießungen sowjetischer Kriegsgefangener im Herbst 1941. Auf dem Gelände befanden sich ab 1939/1942 stufenweise errichtete Einrichtungen zur Tötung und Leichenbeseitigung.
Nach 1945 nutzte die sowjetische Militärverwaltung das Areal als Speziallager; diese Nutzung dauerte bis 1950, bevor Teile vom kasernierten Sicherheitsapparat übernommen wurden. Seit 1961 wurde an diesem Ort eine Mahn- und Gedenkstätte eingerichtet, die in den folgenden Jahrzehnten erweitert wurde. Heute versteht sich die Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen als Ort des Gedenkens und als modernes zeithistorisches Museum: Ausstellungen und Vermittlungsformate verknüpfen die Geschichte der konkreten Orte auf dem Gelände mit übergreifenden thematischen Fragestellungen. Ein Teil des ehemaligen SS-Truppenlagers wird gegenwärtig von der Hochschule der Polizei des Landes Brandenburg genutzt.