Im thüringischen Stützerbach, zwischen Ilmenau und Schleusingen gelegen, macht das Goethemuseum Stützerbach die regionale Verbindung Johann Wolfgang Goethes zur Bergbau- und Glaslandschaft sichtbar.
Das Museum befindet sich im ehemaligen Wohnhaus des Glashüttenbesitzers Johann Niclaus Gundelach († 1748). In den Jahren 1776 bis 1780 wurde das Anwesen von dessen Enkel Gottlob († 1778) und Urenkel Johann Daniel Gundelach († 1811) mehrfach als Aufenthaltsort Goethes genutzt; insgesamt besuchte Goethe das Haus dreizehnmal. In seinem Tagebuch ist ein Eintrag vom 25. Juli 1776 dokumentiert; Briefe Goethes an die Familie Gundelach sind offenbar nicht überliefert.
Auch Karl August von Sachsen-Weimar-Eisenach (1757–1828) nahm hier Unterkunft. Die Besuche Goethes stehen wahrscheinlich in Zusammenhang mit seiner Oberaufsicht über den Bergbau des Herzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach und mit der ab 1777 in Ilmenau begonnenen Porzellanproduktion. Die Familie Gundelach gehörte seit Generationen zum Glasmacherhandwerk und war Teilhaber der Glashütte Allzunah.
Das Haus hat zwei Geschosse und ein hohes Mansarddach mit Schieferdeckung. Spätere Eigentümer bewahrten das sogenannte „Goethezimmer“ in seinem ursprünglichen Zustand. Seit 1962 ist das Gebäude als öffentliche Gedenkstätte für Goethe nutzbar.
Die Ausstellung stellt Goethes naturwissenschaftliche Studien und seine Schriften zu bergbaulichen Fragen in Ilmenau in den Mittelpunkt. Zu sehen sind zudem Papiere mit Stützerbacher Wasserzeichen sowie Dokumente und Objekte zur technischen Geschichte von Glas- und Papierherstellung. Neben dem Gundelach-Haus wird in der Quellenlage ein weiterer Aufenthaltsort Goethes genannt: das Haus von Johann Elias Glaser, der mit der Familie Gundelach verwandt war. Das Goethemuseum Stützerbach bildet die Endstation des Goethewanderwegs Ilmenau–Stützerbach.