Gralglas-Museum Dürnau

Bahnhofstr. 5, 73105 Dürnau, Deutschland

Wo Sie uns finden:

Straße
Bahnhofstr. 5
PLZ/Ort
73105 Dürnau
Land
Deutschland
Telefon
07164 91010-0
Web
https://www.duernau.de/de/duernau/gralglas-museum/kontakt-oeffnungszeiten

Beschreibung

Im Zentrum von Dürnau im Landkreis Göppingen präsentiert sich das Wasserschloss Dürnau als historischer Herrensitz mit mittelalterlichen Wurzeln, dessen größter Teil 1845 beseitigt wurde.

Die Anlage wechselte mehrfach den Besitzer: Ursprünglich dürfte sie den Dürnern von Dürnau gehört haben, 1382 gelangte sie an die Herren von Westerstetten. Aus einer Urkunde dieses Jahres ergibt sich ein Zweifel an der damals bestehenden Bewohnbarkeit. 1478 ging das Anwesen an die Herren von Zillenhardt, 1623 fiel es nach dem Erlöschen der männlichen Linie an die Familie von Degenfeld. Nach zeitweiliger Verfallphase ließ ein Mitglied dieser Familie nach seiner Rückkehr aus den Türkenkriegen Renovierungen vornehmen; auch an den Fundamenten des „Neuen Schlosses“ sind Ausbesserungen belegt. Ein Verkaufsakt an Bayern von 1684 wurde später für rechtswidrig erklärt. 1711 gelangte eine Hälfte zurück an die Degenfelder; im Verlauf des 18. Jahrhunderts konnte die Familie den gesamten Besitz wieder vereinen, obwohl Teile des Anwesens zeitweise anderweitig übergeben worden waren. Bereits 1765 finden sich Berichte über den schlechten baulichen Zustand, und 1771 verlegten die Degenfelder ihren Wohnsitz nach Eybach. Mit dem Ende des Reichsrittertums 1806 wurde Dürnau württembergisch; Vermessungsunterlagen jener Zeit beschrieben das Schloss als dem Zerfall nahe und unbewohnt. 1845 folgte der Abbruch der Hauptgebäude. Ab 1999 wurde das Areal städtebaulich neu gestaltet und teilweise überbaut; diese Maßnahmen begleiteten archäologische Untersuchungen im Auftrag des Archäologischen Landesamtes.

Zu den historisch belegten Baugliedern gehören das noch vorhandene Torhaus und eine Bogenbrücke, die 1761/62 errichtet und bei einer Ortskernsanierung wieder freigelegt wurde. Schon eine Darstellung aus dem Jahr 1602 überliefert das Erscheinungsbild der Anlage; das Dürnauer Salbuch von 1686 nennt Torhaus, mehrere Tennen, einen Vorhof mit Wassergraben, Scheunen und Stallgebäude. Erhalten geblieben sind außerdem ein Gewölbekeller und Teile der Wirtschaftsgebäude, die heute gewerblich genutzt werden. Im Torhaus befindet sich unter anderem das Gralglasmuseum.

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