Im Zentrum Berlins gelegen, beherbergt der Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart ein Museum für zeitgenössische Kunst im historischen Empfangsgebäude des ehemaligen Hamburger Bahnhofs. Als Standort der Berliner Nationalgalerie zeigt es sowohl Bestandspräsentationen als auch wechselnde Ausstellungen aktueller Gegenwartskünstler und verzeichnete 2024 rund 357.000 Besucher.
Die Grundlagen für das Haus entstanden, als Teile der bedeutenden Erich-Marx-Sammlung 1982 in der Neuen Nationalgalerie vorgestellt wurden. Mitte der 1980er Jahre bot Marx seine Privatsammlung dauerhaft an; daraufhin beschloss der Berliner Senat 1987, das denkmalgeschützte Bahnhofgebäude als Museum für Gegenwartskunst zu nutzen. Nach einer umfassenden Sanierung und Umplanung eröffnete das Haus im November 1996 mit einer Einzelausstellung und ist seither neben dem Museum für Gegenwart auch Standort eines Joseph-Beuys-Medienarchivs.
Die Sammlung setzt chronologisch bei den 1960er Jahren an und vereint Bestände der Nationalgalerie mit der Sammlung Marx, der Sammlung Marzona, der Friedrich Christian Flick Collection sowie weiteren Erwerbungen. Kernstück bildet die seit 1996 als Dauerleihgabe gezeigte Sammlung Marx mit rund 150 Bildern und etwa 500 Zeichnungen, darunter zentrale Arbeiten von Joseph Beuys und Andy Warhol. 2004 kam die Friedrich Christian Flick Collection als Leihgabe hinzu; ihre Ankunft löste Debatten über die Herkunft der Mittel aus dem Erbe eines Unternehmers aus. In mehreren Schenkungen wurden später hunderte Werke in das Museum überführt; parallel führten Vertragsfragen und Standortveränderungen zu Rückgaben und Neuordnungen einzelner Leihgaben.
Das Haus präsentiert Werke zahlreicher internationaler Künstler und erweitert seinen Bestand auch durch Förderinitiativen und angekaufte Arbeiten zeitgenössischer Positionen. Seit 2023 umfasst die so genannte „Unendliche Ausstellung“ über zwanzig dauerhaft gezeigte Installationen, Skulpturen und Interventionen, verteilt in allen Gebäudeteilen und Außenbereichen, darunter großformatige Lichtinstallationen und ortsbezogene Eingriffe.
Das Empfangsgebäude an der Invalidenstraße im Ortsteil Moabit zählt zu den ältesten erhaltenen Kopfbahnhofsgebäuden Deutschlands; seine bauliche Geschichte reicht bis in die 1840er Jahre. Nach Nutzungswechseln und Kriegsbeschädigungen wurde der Komplex ab den späten 1980er Jahren für museale Zwecke umgebaut und bis 1996 erweitert. Die angrenzenden Rieckhallen, ursprünglich Güter- und Umschlaghallen und seit den 1960er Jahren als solche bekannt, dienten bis in die 2000er Jahre als großflächiger Ausstellungsbereich (rund 330 Meter Länge, etwa 6000 m²) und wurden mit einer kunstvoll gestalteten Brückenverbindung an das Museum angebunden. Nach Verhandlungen der Stadt Berlin änderte sich ihr Nutzungsstatus; dies bedingt weitere Verschiebungen der dort gezeigten Bestände.