Im Duisburger Stadtteil Ruhrort befindet sich das Haniel Museum in einem historischen Firmen- und Wohnhaus der Familie Haniel. Das Gebäude, heute Teil des Geländes der Franz Haniel & Cie. GmbH, wurde 1756 vom damaligen Ruhrorter Bürgermeister Jan Willem Noot errichtet und war als „Ruhrorter Packhaus“ bekannt. 1772 eröffnete Jacob Wilhelm Haniel dort das erste Handelshaus der Familie; es lag außerhalb der damaligen Stadtmauern.
Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Haus als Notunterkunft für Mitarbeiter und deren Familien; zeitweise nutzte die Landeszentralbank das Erdgeschoss, bis ihr Neubau fertiggestellt war. Die Wohnräume waren lange für repräsentative Zwecke vorgesehen und beherbergten Bedienstete oder angestellte Familienangehörige; ab 1980 nutzte das Unternehmen Teile davon als Casinoräume für Führungsgremien.
Ende der 1960er Jahre entstand die Idee, Teile des Bürotrakts als Museum zu nutzen; nach und nach wandelten sich Büros zu Ausstellungsräumen. In den späten 1970er Jahren wurde auch der Speicher zu einem Veranstaltungsraum umgestaltet: das Dach wurde geschlossen, Trennwände entfernt und die Balken überarbeitet, wodurch um 1980 ein repräsentativer Saal entstand.
Die Ausstellung begann mit Schwerpunkten zur Binnenschifffahrt und der Haniel-Reederei und erweiterte sich seit Mitte der 1990er Jahre thematisch. Heute widmen sich Räume der Binnenschifffahrt, der Seeschifffahrt, der Geschichte Ruhrorts, der Hausmusik, der Kunst der Familie Haniel, der Pharmazie, dem Bergbau, dem Hüttenwesen (Gutehoffnungshütte) sowie dem Büro- und Wohnalltag des 19. und 20. Jahrhunderts. Viele Exponate sind offen präsentiert und daher nur für angemeldete Besuchergruppen zugänglich.
1993 ermöglichte die Einrichtung eines Casinos in einem neuen Gastronomiegebäude am Franz-Haniel-Platz die Nutzung ehemaliger Wohnräume durch das Museum; seit 1995 nimmt die Ausstellung nahezu das gesamte Haus ein, mit Ausnahme der Salonräume im Erdgeschoss, die das Unternehmen weiterhin für Gästebewirtung nutzt. Anfang 2003 war das Museum für etwa ein Vierteljahr geschlossen, um Böden zu öffnen, tragende Balken zu verstärken und das Dach mit neuen Schieferplatten zu sanieren.