In der Stadt Bützow im Landkreis Rostock dokumentiert das Heimatmuseum Bützow die lokale Ortsgeschichte und die regionale Kulturentwicklung. Seit dem Ende der 1990er Jahre befindet sich das Museum im denkmalgeschützten sogenannten Krummen Haus; offiziell ist es dort seit etwa 2000 untergebracht.
Die Wurzeln des Museums reichen in die Vorbereitungen zum 700-jährigen Stadtjubiläum zurück. Ein regionaler Heimatverein initiierte 1927 die Sammlung und systematische Darstellung historischer Objekte; zwei Jahre später wurde das Museum in angemieteten Räumen im ehemaligen Küsterhaus eröffnet. Grundlage für die frühen Bestände bildeten bäuerliche Geräte, vorgeschichtliche und frühmittelalterliche Bodenfunde sowie vereinzelte Ankaufstücke. Die wissenschaftliche Leitung lag von Beginn an in fachkundiger Hand; die Stadt übernahm nach einem Jahr die Mietkosten und unterstützte die Bestandsbildung finanziell. 1931 erfolgte der Anschluss an den Verband der mecklenburgischen Heimatmuseen. In den 1930er Jahren wuchsen die Sammlungen durch zahlreiche Zuwendungen örtlicher Vereinigungen, bis die Ausstellungsräume überfüllt waren.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Museum neu eröffnet, nachdem ein Privatmann dem Haus Räume zur Verfügung gestellt, sie renovieren und mit Vitrinen ausstatten ließ; als Dauerleihgabe gelangte damals eine bedeutende Schmetterlingssammlung in die Obhut des Museums. Später wechselte das Eigentum an der Sammlung mehrfach, das Museum erwarb sie schließlich gegen Zahlung, und sie wurde zu einem international beachteten Bestand mit zahlreichen Sammelschränken und einer Fachbibliothek.
1966 zog das Museum in die gotische Schlosskapelle und anschließend in weitere Schlossgeschosse. Zu den herausragenden Exponaten zählen die in Mecklenburg älteste Knochenharpune, die auf Rentierjäger vor etwa 14.000 Jahren verweist, ein mittelalterlicher Einbaum aus dem Boitiner See (Bergung 1984) sowie eine Landtagsuniform aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, eine teilweise erhaltene Zepeliner Tracht und ein Hochrad von 1880. Bibliothek und eine Medizinsammlung werden aus Platzgründen im Magazin verwahrt. Nach einem weiteren Umzug ins Krumme Haus blieben die historischen Dauerausstellungen weitgehend unverändert, zumal dort zwei städtische Einrichtungen Platz finden mussten. Noch aufzuarbeiten sind zentrale Kapitel der Stadt- und Regionalgeschichte, etwa Bützow als Bischofssitz, das Stiftsland, die Hugenotten, der „Gänsekrieg“ von 1794 und das großherzogliche Criminal-Collegium.