Im Herzen von Paderborn vermittelt das Heinz Nixdorf MuseumsForum die Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnik in historischer Tiefe und technischer Breite. Das Haus wurde in den Räumen der ehemaligen Hauptverwaltung der Nixdorf Computer AG eingerichtet und bildet einen festen kulturellen Anker der Stadt.
Aus einer privaten Sammlung historischer Büromaschinen, angeregt durch Schenkungen in den späten 1970er Jahren, entstand über eine Phase von Konzeptentwicklung und kommunaler Beschlussfassung in den 1980er und frühen 1990er Jahren das Projekt für ein Computermuseum. Zwischen 1992 und 1996 wurde das Gebäude umgestaltet und als Museum konzipiert; die Eröffnung erfolgte im Oktober 1996. Träger ist eine Stiftung aus dem Nachlass des Namensgebers; seit der Eröffnung verzeichnet das Museum jährlich über 100.000 Besucher und bislang mehr als 3,1 Millionen Gäste.
Die Dauerausstellung spannt auf rund 6.000 Quadratmetern und zwei Ebenen einen Bogen über etwa 5.000 Jahre Informationsgeschichte – von den ersten Schriftzeichen in Mesopotamien um 3.000 v. Chr. bis zu Internet, Künstlicher Intelligenz und Robotik. Mehr als 5.000 Exponate sind präsent; die Sammlungsbestände umfassen etwa 25.000 Objekte, von denen Teile digital einsehbar sind.
Im unteren Ausstellungsbereich stehen die historischen Grundlagen im Mittelpunkt: Schrift, Sprache und Mathematik sowie frühe Rechenhilfen und mechanische Automaten werden gezeigt. Themen wie Telegrafie, Telefonie, Büroautomatisierung, frühe Computer und die Geschichte der Kryptografie sind dort zusammengeführt. Die obere Ausstellungsebene widmet sich moderneren Systemen und Anwendungen: Entwicklungslinien von Röhren über Relais zu Transistoren, Mikroprozessoren, Personal- und Heimcomputern mit charakteristischen Exemplaren, Supercomputern sowie aktuellen Feldern wie Robotik, Neuen Medien und lernenden Netzen. Überall sind interaktive Stationen vorgesehen, die zum Ausprobieren einladen.
Eine weitere Etage beherbergt ein Schülerlabor, ein Forschungszentrum für Schüler sowie den Raum für wechselnde Sonderausstellungen und Seminare. Ergänzt wird das Angebot durch ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm mit Vorträgen, Kongressen und museumspädagogischen Formaten; das Haus ist regelmäßig Austragungsort regionaler Wettbewerbe und Bildungsprojekte im Bereich Informatik und Robotik. Ein virtueller Agent ergänzt die Besucherführung durch dialogorientierte Angebote.