His-Törchens Issums Heimatmuseum

Herrlichkeit 7 - 9, 47661 Issum, Deutschland

Wo Sie uns finden:

Straße
Herrlichkeit 7 - 9
PLZ/Ort
47661 Issum
Land
Deutschland
Telefon
02835/10-24
Fax
-

Web
https://www.issum.de/kultur-tourismus/sehenswertes/historisches/his-toerchen

Beschreibung

Im Zentrum der Ortschaft Issum liegt das Wasserschloss Haus Issum, das heute sowohl Verwaltungsräume als auch ein Heimatmuseum beherbergt. Die Anlage steht an der Issumer Fleuth und entstand im 16. Jahrhundert als schlossartige Neubau nach Zerstörung der früheren Burg.

Die Anlage wird erstmals 1338 in Urkunden genannt, nachdem der geldrische Graf Rainald II. sie von einem Vogt erworben hatte. Über Jahrhunderte wechselten Besitz und Herrschaft: die Burg gehörte zur Vogtei Menzelen, gelangte an das Adelsgeschlecht von Alpen, wurde 1388 an den Kölner Erzbischof verkauft und im 15. Jahrhundert den Grafen von Moers übertragen. Im Lauf der Zeit kamen verschiedene Adelsfamilien in den Besitz; 1551 wurde die Anlage nach einer Einnahme niedergebrannt und in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wieder aufgebaut. Weitere Schäden und Plünderungen trafen Ort und Schloss im 17. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert wechselte das Anwesen erneut den Eigentümer, bevor die Gemeinde Issum 1912 Haus Issum mit großem Grundbesitz erwarb.

Das Heimatmuseum His-Törchen eröffnete 1993 und dokumentiert die Geschichte der Herrlichkeit und des Ortes. Die Ausstellung wird von einem lokalen Arbeitskreis betreut und nutzt eine Ausstellungsfläche von 145 m²; ein Raum ist für wechselnde Präsentationen vorgesehen. Ergänzt werden historische Exponate durch Werke regionaler Künstler, etwa Keramik und plastische Arbeiten. Bis in die 1980er Jahre diente das Schloss als Rathaus; speziell das Herrenhaus war bis 1980 Verwaltungssitz. Heute finden sich im Gebäude der Sitzungssaal der Kommune, das Trauzimmer und Büroräume.

Architektonisch besteht die vom Wasser umgebene Anlage aus einem Herrenhaus und einem im Südwesten vorgelagerten Wirtschaftshof, ergänzt durch einen südlich anschließenden Backsteinpark. Eine steinerne Brücke führt zum zweigeschossigen Torturm mit rundbogiger Durchfahrt und Tonnengewölbe; das Turmdach zeigt eine Wetterfahne mit der Jahreszahl 1338. Zu den Baukörpern zählen zwei kurze ehemalige Wirtschaftsflügel, ein rechteckiger, heute vermauerter Torturm am Herrenhaus sowie ein schlanker runder Treppenturm. Südlich schließt ein etwa 0,6 Hektar großer Park mit altem Baumbestand an; sein rund 80 Meter langer Laubengang aus Hainbuchen gilt als seltene Erscheinung am Niederrhein.

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