Im historischen Zentrum Hannovers vermittelt das Historische Museum Hannover die Stadtgeschichte und die Geschichte der früheren welfischen Gebiete im heutigen Niedersachsen. Sitz des Museums ist Am Hohen Ufer an der Leine, einem Ort, der mit dem Beginn der mittelalterlichen Besiedlung in Verbindung gebracht wird und unmittelbar an historischen Übergangs- und Verkehrswegen liegt.
Das Museumsensemble integriert den vollständig erhaltenen Beginenturm als letzten Stadtmauerturm sowie Reste des herzoglichen Zeughauses. Bei Bauarbeiten in der Nachbarschaft führten mittelalterliche Funde 2013 zu dreimonatigen stadtarchäologischen Untersuchungen in diesem Bereich. Gegenüber erstreckt sich die rekonstruierte Traditionsinsel der historischen Altstadt mit dem wiedererrichteten Leibnizhaus am Holzmarkt.
Gegründet wurde das Haus am 26. April 1903 als Vaterländisches Museum in der Cumberlandschen Galerie auf Initiative des Heimatbundes Niedersachsen. 1937 erfolgte eine Umbenennung; 1943 wurde das Museum durch Luftangriffe zerstört. Ab 1950 begann ein provisorischer Wiederaufbau, der bis zur Neueröffnung in den 1960er Jahren führte. Seitdem stand der Bau mehrfach im Zeichen von Modernisierungen und Umbauten; die Dauerausstellung aus den 1990er Jahren wurde 2017 überarbeitet. 2020 schloss das Museum für eine dreijährige Sanierung; Teile eines später geschlossenen Spezialmuseums für Energiegeschichte wurden in dieser Zeit übernommen. Bereits 1978 hatte das Museum einen Vorschlag zur Errichtung eines Bauernhof-Museums in Groß-Buchholz vorgelegt.
Das Angebot gliedert sich in groß angelegte Abteilungen zu Landes- und Stadtgeschichte, darunter die Sammlungen „Vom Fürstentum zum Königreich“, „Vom Marktflecken zur Messestadt“ und „Leben auf dem Lande“. Eine Abteilung im Schloss Herrenhausen wurde 2013 dem Haus angegliedert. Zu den Beständen zählen ein umfangreiches Fotoarchiv mit rund 1.000.000 historischen Aufnahmen zur Einsicht und Reproduktion sowie einem Gesamtbestand, der nach internen Angaben mehr als 5.000.000 Fotos umfasst. Ergänzt wird das Spektrum durch Sammlungen zu Orden und Ehrenzeichen, historische Fahrzeuge wie einen Hawa 40-Volt-Elektro-Kleinwagen sowie vier Prunkkutschen aus dem 18. Jahrhundert, darunter Staatswagen und Phaeton mit Bezügen zu hannoverschen Hofpersonen.
Der Museumsbau besitzt einen polygonalen Grundriss um einen fünfeckigen Innenhof; die Fassade wechselt in drei Geschossen zwischen breiten Sandsteinflächen und schmalen Fensterbändern. An der Leibnizufer-Seite weist eine Lichtinstallation ein beleuchtetes Zitat von Gottfried Wilhelm Leibniz aus.