Im städtischen Gefüge von Remscheid nimmt das Historische Zentrum der Stadt Remscheid (HIZ) eine zentrale Rolle als Träger von Erinnerung und Forschung ein. Es umfasst die drei Abteilungen Deutsches Werkzeugmuseum, Stadtmuseum „Haus Cleff“ und das Stadtarchiv und führt Sammlungen, Ausstellung und Archivpflege unter einer Verwaltung zusammen.
Geografisch konzentriert sich das Zentrum auf das Ensemble in der Hastenstraße und der Cleffstraße. Die städtische Zusammenführung begann mit der Anlage des Stadtarchivs 1925; schon damals bildeten Archiv, Bibliothek und das bald eingerichtete Heimatmuseum eine funktionale Einheit. 1927 erwarb die Stadt das Anwesen Cleffstraße 2–6; im gleichen Jahr zog das Heimatmuseum in Haus Cleff ein, 1928 wurde im ehemaligen Kontorhaus eine Abteilung zur Werkzeuggeschichte eingerichtet.
Haus Cleff stammt aus dem Jahr 1778 und entstand als repräsentatives Doppelwohnhaus der Kaufmannsbrüder Hilger. Baugestalterisch verbindet es Rokoko-Elemente mit dem regionalen schwarz-weiß-grünen Erscheinungsbild; dekorative Wappen über den Eingangstüren verweisen auf die damaligen internationalen Handelsbeziehungen. Die späteren Eigentümer, die Brüder Cleff, erweiterten das Anwesen im 19. Jahrhundert um ein Kontorhaus, eine Fabrik mit Dampfmaschine und ein Shedgebäude. Nach dem Erwerb durch die Stadt 1927 wurden hier Heimatmuseum, die Vorläuferabteilung des Werkzeugmuseums und Teile des Stadtarchivs untergebracht. Bis zur Schließung 2013 nutzte die Stadt das Gebäude als Museum und Verwaltungsstandort; die Schließung erfolgte wegen eines Schädlingsbefalls und baufälliger Fachwerkteile. Nach umfangreicher Sanierung wurde Haus Cleff 2025 wiedereröffnet; eine Sonderausstellung des Künstlers Wolfgang Tillmans zog international beachtete Besucherzahlen an. Langfristig ist vorgesehen, Haus Cleff als ständige Ausstellung zur Wirtschaft und zum Handel der Werkzeugstadt Remscheid zu etablieren und dauerhaft museal zu nutzen.
Die Sammlungsgeschichte des Deutschen Werkzeugmuseums beginnt 1928 mit einer kleinen Präsentation historischer Werkzeuge im Kontorhaus. Mit der Eröffnung der Thieneshalle 1967 gewann das Museum Eigenständigkeit; 1970 erhielt es die Bezeichnung „Deutsches Werkzeugmuseum“. 1995 fasste die Stadt die Museen und das Archiv zum Historischen Zentrum zusammen und ersetzte die Thieneshalle durch einen großzügigen Neubau, der Kontorhaus und Shedhalle verband und die Ausstellungsfläche deutlich vergrößerte. Der Neubau integrierte zudem einen Multifunktionsraum und eine historische Dampfmaschine. Weitere Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen, insbesondere an Kontorhaus und Haus Berger, sind im Entwicklungsplan für 2026 vorgesehen; die Ertüchtigung der Ausstellungsbereiche und die Modernisierung der Dauerausstellung sind Bestandteil der Folgeschritte.
Das Stadtarchiv bildet seit 2007 die dritte Abteilung des Historischen Zentrums und ist in der Hastener Straße 100–102 angesiedelt. Es gehört organisatorisch zum Fachdienst 1.48 der Stadtverwaltung und ergänzt Haus Cleff und das Deutsche Werkzeugmuseum als elementarer Bestandteil der städtischen Gedächtnisinfrastruktur.