Auf der Berliner Museumsinsel nimmt die James-Simon-Galerie die Rolle des zentralen Besucherzentrums ein. Das Gebäude steht am Spreekanal zwischen Kupfergraben und dem Neuen Museum auf dem Gelände des 1938 abgerissenen Neuen Packhofs. Unter dem Namen James Simon dient die Galerie zusammen mit der Archäologischen Promenade als Kern des Masterplans Museumsinsel.
Als Teil des 1999 beschlossenen Masterplans wurde die James-Simon-Galerie als zentrales Eingangsgebäude konzipiert; derzeit stellt sie den einzigen Zugang zum Pergamonmuseum und bietet einen unterirdischen Zugang zum Neuen Museum. Bei Fertigstellung soll die Galerie über die Archäologische Promenade mit vier der fünf Museen verbunden werden, um Besucherströme zu steuern. Auf einer Fläche von 10.900 Quadratmetern, davon 4.600 Quadratmeter Nutzfläche, befinden sich ein Auditorium für 300 Personen, Flächen für Sonderausstellungen, ein Museumsshop sowie gastronomische Einrichtungen; diese Funktionen sollen die historischen Museen entlasten.
Die Planung begann mit einem 1999 ausgezeichneten Entwurf eines britischen Architekten, der eine zurückhaltende kubische Lösung aus Stahl und satiniertem Glas zeigte. Nach einer zwischenzeitlichen Aussetzung der Arbeiten wurde 2006 eine Finanzierungszusage des Deutschen Bundestags in Höhe von 73 Millionen Euro getroffen; anschließend erfolgten Überarbeitungen des Entwurfs und öffentliche Auseinandersetzungen, einschließlich eines kurzlebigen Volksbegehren-Versuchs. Aufwändige Gründungsarbeiten mit 1.200 Pfählen verzögerten den Bau; der Grundstein wurde am 18. Oktober 2013 gelegt. Die Baukosten beliefen sich auf 134 Millionen Euro, die Bauzeit erstreckte sich über fast zehn Jahre. Die offizielle Eröffnung fand am 12. Juli 2019 statt; die anschließende Sonderausstellung "Nah am Leben. 200 Jahre Gipsformerei" zeigte 200 Objekte (30.08.2019–01.03.2020). Im Jahr 2019 nutzten etwa 338.000 Besucher die Galerie.
Architektonisch zieht sich die schmal gebaute, langgestreckte Galerie längs zum Spreekanal und gliedert sich in fünf Ebenen: ein nicht öffentliches Untergeschoss für Technik und Depots, eine Ebene als Übergang zur Archäologischen Promenade mit Flächen für Sonderausstellungen und Werkbereiche, ein Geschoss mit Foyer und einem für Veranstaltungen geeigneten Auditorium, ein Mezzanin mit shop- und servicebezogenen Bereichen sowie das Hauptgeschoss mit Terrasse im Kolonnadengang, Gastronomie und dem Zugang zum Pergamonmuseum. Besucher erreichen die Anlage barrierefrei per Aufzug oder über die gestufte Freitreppe; am Fuß der Treppe verbindet ein überdachter Pfeilergang die Galerie optisch mit dem Neuen Museum. Ein Architekturkritiker verglich die Komposition der Gebäudeteile mit der Anordnung der Tempel am Treppenaufgang der Athener Akropolis und nannte die Anlage ein "Berlins Nike-Tempel".