Im Herzen von Leverkusen-Wiesdorf bewahrt das Kolonie-Museum Zeugnisse des Alltagslebens in den als Bayer-Kolonien bekannten Werkssiedlungen der Bayer-Fabrik.
Die Siedlungen entstanden in Zusammenhang mit der Verlagerung des Unternehmens nach Wiesdorf im Jahr 1912; erste Wohnungen waren bereits seit 1900 bezugsfertig und wurden kontinuierlich erweitert. 1913 begann der Bau der Kolonie III, und bis 1914 wuchs die Einwohnerzahl Wiesdorfs auf das Mehrfache an. 1922 umfassten die drei Kolonien zusammen 1.968 Wohnungen; dazu gehörten Kultur‑ und Freizeiteinrichtungen sowie das erste Bayer-Kaufhaus. Seit 1997 stehen die Kolonien unter Denkmalschutz. Bayer veräußerte seine Mietwohnungen 1999 an die Wohnungsbaugesellschaft THS; seit 2012 befinden sie sich im Bestand von Vivawest.
Das Museum ist in zwei historischen Koloniehäusern untergebracht und wurde 2005 eröffnet – zeitgleich mit dem Wiesdorfer Neuland-Park der Landesgartenschau. Die Gebäude wurden von Ehrenamtlichen instand gesetzt und werden von Freiwilligen betreut. Träger ist der Freundes- und Förderkreis des Kolonie-Museums Leverkusen e.V. Zwischen 2005 und 2016 verzeichnete das Museum 22.756 Besucher. Als außerschulischer Lernort bietet es seit 2015 ein speziell ausgerichtetes Bildungsprogramm für Schulen an.
Die Ausstellung will ein lebendiges Bild der Wohn- und Alltagsverhältnisse im Umfeld des Werks vermitteln. Das Haus Nobelstraße 78 ist im Stil der 1920er und 1930er Jahre eingerichtet; Möbel und Gebrauchsgegenstände sind überwiegend Originale und stammen größtenteils aus Schenkungen ehemaliger Siedlungsbewohner. Im benachbarten Gebäude Nobelstraße 82 werden wechselnde Kunstausstellungen und Präsentationen zur Stadtgeschichte Leverkusens gezeigt.