Im Herzen der Duisburger Altstadt prägt das Kultur- und Stadthistorische Museum das historische und kulturelle Angebot der Stadt. Das städtische Museum präsentiert lokale Geschichte, bedeutende wissenschaftliche Bestände und Sonderausstellungen und teilt den Standort mit dem Stadtarchiv im sanierten Innenhafenensemble.
Die Wurzeln der Sammlung reichen ins 19. Jahrhundert; formelle Anfänge bildeten die 1896 gegründete „Commission zur Erhaltung und Sammlung von Duisburger Alterthümern“ und die Überführung der Bestände in das Rathaus 1902. Im Lauf der Jahrzehnte wandelte sich die Institution mehrfach, trat zeitweise unter den Bezeichnungen Averdunk-Museum, Niederrheinisches Heimatmuseum und Niederrheinisches Museum auf und sammelte systematisch stadtgeschichtliche, archäologische und kartographische Objekte. Einen festen Standort erhielt das Haus 1991 durch den Einzug in den umgebauten Weizensilo der ehemaligen Rosiny-Mühle im Innenhafen.
Die Dauerausstellungen gliedern sich in drei Schwerpunkte. Die Stadtgeschichte widmet sich insbesondere den archäologischen Funden vom Paläolithikum bis zur Neuzeit und dokumentiert die Entwicklung Duisburgs als Siedlungs- und Industriestandort. Die Mercator-Schatzkammer beherbergt eine der wichtigsten Sammlungen zu Leben und Werk des Kartographen Gerhard Mercator, darunter zwei historische Globen aus dem 16. Jahrhundert sowie zahlreiche Karten, Atlanten und Drucke. Seit 2024 ergänzt die Ausstellung „Cash! Eine Geschichte des Geldes“ die Präsentation; hier werden Objekte der Sammlung Köhler-Osbahr gezeigt, darunter rund 50.000 Münzen, Antiken, Schmuck und eine umfangreiche Bibliothek, die die Geschichte von Zahlungsmitteln von vormünzlichen Formen bis zur modernen Münzprägung nachzeichnet.
Das Museumsensemble nimmt ehemalige Hafen- und Speicherbauten auf. Im Umfeld verweisen erhaltene industriekulturelle Relikte und Reste der Stadtmauer auf Duisburgs Wirtschaftsgeschichte. Ergänzend wurde im Haus ein Zentrum für Erinnerungskultur, Menschenrechte und Demokratie eingerichtet, das die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit und Fragen von Vielfalt und Demokratiebildung in Kooperation mit dem Museum betreibt.