Kunsthalle Rostock

Hamburger Str 40, 18069 Rostock, Deutschland

Wo Sie uns finden:

Straße
Hamburger Str 40
PLZ/Ort
18069 Rostock
Land
Deutschland
Telefon
0381 381-7000
Fax
0381 8016288

Web
https://www.kunsthallerostock.de/

Beschreibung

Am Schwanenteich im Rostocker Stadtteil Reutershagen befindet sich die Kunsthalle Rostock, ein bedeutendes Ausstellungshaus für zeitgenössische Kunst in Mecklenburg-Vorpommern und der einzige Neubau eines Kunstmuseums der DDR. Das Gebäude entstand 1968/69 im Parkgelände und wurde 1978 in die Denkmalliste der Stadt aufgenommen. Energetische Sanierungen und Umbauten fanden 2009/10 statt; 2017–2019 wurde das Haus um ein öffentlich zugängliches Schaudepot erweitert, und von 2020 bis 2023 erfolgte eine umfassende Kernsanierung des Hauptbaus.

 

Die Einrichtung entstand im Zusammenhang mit der Entwicklung einer repräsentativen Ostseebiennale, deren Pavillon 1969 eingeweiht wurde. Schon in den Anfangsjahren begann die Kunsthalle, eine eigene Sammlung aufzubauen, sodass Sammeln, Bewahren, Forschen und Vermitteln von Beginn an zu ihren Aufgaben gehörten. Zwischen 1969 und 1989 zog das Haus große Besucherzahlen an; nach einem starken Einbruch in den frühen 1990er Jahren verhinderten engagierte Fördervereine und ein neuer Betreiberbetrieb 2009 die Schließung und trugen zur Wiederbelebung bei. Seit 2024 besteht die rechtliche Trägerschaft als gemeinnützige GmbH. Zum 40. Jubiläum gelangte ein mit Spenden finanziertes rotes Stahlkunstwerk mit beleuchteter Schrift in die Außenanlage.

 

Der zweigeschossige Bau zeichnet sich durch einen Kontrast zwischen rotem Klinker und großzügigen Glasflächen im Erdgeschoss sowie einer fensterlosen Weißverkleidung im Obergeschoss aus. Funktionale Gestaltung bestimmt Wärmeschutz, Belichtung und flexible Raumnutzung; auf rund 1.500 Quadratmetern erlauben variable Stellwände mehrere gleichzeitige Präsentationen. Die Modernisierungsmaßnahmen schlossen die energetische Erneuerung des Daches, die Überdachung des Innenhofs und die Schaffung eines zusätzlichen White-Cube-Raums ebenso ein wie die Erweiterung der Ausstellungsflächen, die Einrichtung eines Dunkelraums für Vorträge und Filmvorführungen, Erneuerungen der Haustechnik, barrierefreie Zugänge sowie den Ausbau des Museumscafés. Die Kernsanierung wurde mit einem Investitionsvolumen von 10,2 Mio. Euro realisiert, davon flossen Fördermittel in Höhe von 4,2 Mio. Euro.

 

Das Schaudepot präsentiert neben temporären Ausstellungen Teile der Sammlung in flexibel nutzbaren, stützenarmen Räumen; Wandheizung und -kühlung sorgen für konstante Temperierung, eine Glasaußenhaut schützt die Dämmung, und zwei Ebenen sind barrierefrei erschlossen. Der Neubau wurde zwischen Juli 2017 und Januar 2019 errichtet; die Kosten beliefen sich auf 4,8 Mio. Euro.

 

Die Sammlung, die unter dem Begriff „Ostdeutsche Moderne“ gefasst wird, wuchs bis 1989 kontinuierlich. 1990 umfasste sie etwa 7.000 grafische Blätter, rund 500 Gemälde und 200 Plastiken; 2019 waren es etwa 8.000 Grafiken, 620 Gemälde und 230 Skulpturen. Bestände enthalten Druckgrafik und Malerei von bedeutenden Künstlern, finnische Werke sowie Plastiken und Bildhauerei. Schwerpunkte liegen bei Selbstporträts, Landschaften und Darstellungen des täglichen Arbeiterlebens. Ein weiterer Fokus gilt der Kunst aus Mecklenburg-Vorpommern; Ankäufe, Vermächtnisse und städtische Erwerbungen ergänzen die Sammlung kontinuierlich.

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