Im Stadtteil Buer von Gelsenkirchen präsentiert das Kunstmuseum Gelsenkirchen die städtische Sammlung mit Schwerpunkt auf Kunst der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und einer bedeutenden Abteilung kinetischer Kunst.
Das Museum geht auf ein städtisches Haus zurück, dessen Sammlungsbestände nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg neu geordnet wurden. 1950 erfolgte die Neugründung; ab 1957 wurde die Sammlung erstmals vollständig in einer Gründerzeitvilla gezeigt. In den 1960er-Jahren führten finanzielle Einschränkungen zu einem Einstellen umfangreicher Ankäufe, bevor in den 1970er-Jahren eine schrittweise Wiederaufnahme der Sammeltätigkeit möglich war. Auf Initiative von Bürgern und mit staatlicher Förderung entstand in den 1980er-Jahren der heutige Museumsbau, dessen erster Abschnitt 1984 eröffnet wurde; das Gebäude steht in baulicher Verbindung zur alten Villa, die weiterhin für Wechselausstellungen genutzt wird. Der Name „Kunstmuseum Gelsenkirchen“ wurde 2008 durch einen Beschluss des Kulturausschusses eingeführt.
Die Bestände konzentrieren sich auf Malerei und Grafik der frühen Moderne, darunter Strömungen wie Impressionismus, Fauvismus, Expressionismus und Suprematismus; die Sammlung zeigt außerdem Kunst nach 1945 bis hin zu Pop Art. Plastische Arbeiten sind sowohl im Innenraum als auch im Außenbereich des Hauses präsent.
Ein besonderes Gewicht liegt auf kinetischer Kunst, die Bewegung, Licht und Klang thematisiert; die entsprechende Abteilung wurde 2016 grundlegend überarbeitet und gehört zu den in Europa beachteten Sammlungen dieses Bereichs. Ebenfalls zur Dauerausstellung zählen umfangreiche Werkgruppen des in Gelsenkirchen geborenen Kommunikationsdesigners Anton Stankowski.
Ein Gemälde von Lovis Corinth, 1896 entstanden und 1957 für die städtische Sammlung erworben, stand nach 2010 wegen NS-verfolgungsbedingter Eigentumsfragen im Mittelpunkt eines Restitutionsverfahrens; eine beratende Kommission empfahl 2016 die Übergabe an die Erben, der die Stadt folgte. Ein im August 2008 verübter Kunstraub, bei dem drei Grafiken gestohlen wurden, löste zudem eine öffentliche Debatte über Etat, Versicherungsschutz und Struktur des Hauses aus.