Das Antikenmuseum der Universität Leipzig versammelt eine umfangreiche Hochschulsammlung antiker Kleinkunst und nimmt damit eine bedeutende Stellung unter den akademischen Sammlungen in Deutschland ein. Standort der ausgestellten Bestände ist die Alte Nikolaischule in Leipzig, wo die Sammlung seit 1994 der Öffentlichkeit präsentiert wird.
Ihre Ursprünge reichen ins 18. Jahrhundert zurück; bereits 1734 wurden antike Objekte an der Universität für Lehrzwecke eingesetzt. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Sammlung zum „Kabinetts für Archäologie und Kunst“ und erfuhr durch Ankäufe und Schenkungen, darunter größere Bestände griechischer und etruskischer Vasen sowie auf einer Italienreise erworbene Stücke, eine deutliche Erweiterung. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts dominierten längere Zeit Gipsabgüsse, bevor 1897 erneut größere Erwerbungen originaler Objekte die Bestände bereicherten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kamen durch mehrere bedeutende Schenkungen rund 800 hochwertige Exponate hinzu, darunter ein marmorner Kopf Alexanders des Großen.
Heute zählt die Sammlung mehr als 16.000 Objekte; besonders hervorzuheben sind zahlreiche schwarz- und rotfigurige Vasen. Seit 1844 wird die Sammlung nicht nur als Lehrmittel für Studierende genutzt, sondern auch der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Institutionell ist das Museum dem Institut für Klassische Archäologie am Historischen Seminar der Universität Leipzig zugeordnet; diese Einbindung erfolgte 2017 im Zuge einer Neuordnung der Institutsstrukturen. Unterstützt wird das Museum von einem in Leipzig ansässigen Freundes- und Förderkreis, der die Nutzung der Originale und Abgüsse für Lehre, Forschung und museumspädagogische Angebote fördert. In Sachsen bleibt die Sammlung die einzige ihrer Art an einer Hochschule.