Im Oberpfälzer Wald nahe der deutsch-tschechischen Grenze markiert die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers und bewahrt an mehreren Orten die Erinnerung an die Opfer. Auf dem Areal liegen eine Aschengrabstätte sowie ein separater, großer KZ-Friedhof mit Massengräbern. Die Dauerausstellung eröffnete 2007 in der ehemaligen Wäscherei; die Gedenkstätte steht seit 2003 unter der Trägerschaft der Stiftung Bayerische Gedenkstätten.
Das Lager bestand von 1938 bis zum 23. April 1945 in der Gemeinde Flossenbürg bei Weiden im Oberpfälzer Wald. Tausende Gefangene wurden zur Zwangsarbeit im Granitsteinbruch und später in der Produktion des Jagdflugzeugs Messerschmitt Bf 109 eingesetzt. Von den etwa 100.000 Inhaftierten starben mindestens 30.000. Das Stammlager war Ausgangspunkt eines Netzes von fast 90 Außenlagern.
Vom Lagergelände sind noch bauliche Spuren erhalten: Reste der ursprünglichen Häftlingsüberwachung, Keller und ein Versorgungstunnel zur Wäscherei sowie die heutige Kommandantur, die nach wechselnder Nutzung vor der musealen Nutzung noch als Wohnraum diente. Die jetzigen Eingangspfosten sind moderne Nachbauten; die Originalpfosten wurden nach Kriegsende verschoben und trugen einst die Tafeln „Arbeit macht frei“ und „Schutzhaftlager“.
Nach 1945 entstanden auf Teilen des Geländes Wohnsiedlungen und zeitweise Gewerbe. 1958 wurden Häuser auf den ehemaligen Barackenflächen errichtet; 2006 erfolgte die Unterschutzstellung zahlreicher bekannter Bauwerke und des gesamten Geländes als Bodendenkmal. Der bis März 2024 gewerblich genutzte Steinbruch wurde nach Ende der Pachtverträge in die Gedenkstätte integriert.
Unmittelbar nach der Befreiung legten alliierte Kräfte im Ortskern einen kleinen Friedhof für 146 Häftlinge an. Auf dem Lagergelände erinnert das „Tal des Todes“ mit dem früheren Krematorium an Hinrichtungen; dort befinden sich Aschegruben, eine mit einem Sockel eingefasste „Aschepyramide“ und eine mehrsprachige Inschrift, die die Massenerschießungen benennt. Überlebende errichteten Gedenktafeln und -steine für ermordete Mithäftlinge.
Zwischen 1957 und 1960 entstand ein großer Sammel-Ehrenfriedhof für Opfer aus Bayern; mindestens 5.576 Menschen wurden hier beigesetzt, nachdem Leichname aus Hunderten zuvor existierender KZ-Friedhöfe und Grabstätten exhumiert und zusammengeführt worden waren.
Die Dauerausstellung im sanierten Gebäude der Wäscherei dokumentiert die Geschichte des Lagers, Einzelschicksale und Häftlingsgruppen. Historische Räume wie Heizzentrale und Häftlingsbad blieben erhalten. Gezeigte Kunstwerke illustrieren Aspekte des Lagerbetriebs, zugleich fehlt ihnen in Teilen die Einordnung der Häftlingsarbeit. Die Gedenkstätte wurde 2011 mit dem Bayerischen Museumspreis ausgezeichnet.
Mit dem Ende der kommerziellen Nutzung des Steinbruchs kann dessen Gelände Schritt für Schritt einbezogen werden. Vorhanden sind dort Schmiede, Schlosserei, ein Verwaltungsgebäude und Fundamente von Rüstungsfertigungshallen. Geplant ist zunächst ein „Memory Lab“ im Verwaltungsgebäude, das ein erhaltenes Deckenfresko integrieren soll; die Sanierungskosten werden mit rund neun Millionen Euro veranschlagt. Später soll unter anderem die in den Bruch führende Häftlingstreppe zugänglich gemacht werden.