LWL- Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte

Domplatz 10, 48143 Münster, Deutschland

Wo Sie uns finden:

Straße
Domplatz 10
PLZ/Ort
48143 Münster
Land
Deutschland
Telefon
0251-5907-01
Fax
0251-5907-210

Web
https://www.lwl-museum-kunst-kultur.de/de/

Beschreibung

Am Domplatz in Münster/Westfalen befindet sich das LWL-Museum für Kunst und Kultur, ein Haus des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) mit Sammlungen zur Kunst- und Kulturgeschichte der Region. Seit 1908 steht das Museum am Domplatz; bis 2013 firmierte es unter dem Namen Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte.

Das Museum entstand aus Beständen des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens und des Westfälischen Kunstvereins und wurde im Neubau von 1908 eröffnet. In der NS-Zeit erfuhr die Institution einschneidende Veränderungen: 1934 erfolgte eine Umbenennung, 1937 wurden im Zuge der Aktion „Entartete Kunst“ zahlreiche Werke aus dem Bestand requiriert, darunter Arbeiten von Wassily Kandinsky, August Macke, Paula Modersohn-Becker, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff. Ein Bombeneinschlag 1941 führte zur Auslagerung der Bestände; dadurch blieben die Verluste vergleichsweise gering. In den Nachkriegsjahrzehnten wurde das Haus erweitert und modernisiert; 2003 zog das Westfälische Museum für Archäologie aus, und der Museumsstandort wurde 2014 nach grundlegender Neubebauung neu eröffnet.

Die Sammlung reicht vom frühen Mittelalter bis zur Gegenwart und umfasst über 300.000 Objekte. Historische Schwerpunkte sind sakrale Kunst, Tafelmalerei und Monumentalskulptur der Romanik und Gotik mit Werken von Conrad von Soest, Johann Koerbecke und dem Meister von Osnabrück sowie mittelalterliche Glasmalerei und liturgische Geräte. Zu den Beständen zählen das Soester Antependium, Fragmente des Liesborner Altars und des Marienfelder Altars sowie frühe Glasfenster des Meisters Gerlachus aus einer bedeutenden Privatsammlung. Renaissance- und Barockkunst werden durch Gemälde, Goldschmiedearbeiten, frühe Gläser und Möbel repräsentiert; die Sammlung dokumentiert auch regionale Ereignisse wie die Wiedertäuferzeit und den Westfälischen Frieden. Die Moderne Galerie, aufgebaut seit 1950, zeigt deutschen Impressionismus mit Liebermann und Slevogt, Expressionismus mit besonderem Gewicht auf August Macke, Bauhaus bis hin zu Nachkriegsavantgarde und internationalen Positionen.

Besondere Sammlungsbereiche sind eine umfangreiche Graphische Sammlung mit tausenden druckgraphischer Porträts sowie ein Münzkabinett mit Objekten von der Antike bis zur Gegenwart und eine Bibliothek mit über 130.000 Bänden. Das Haus engagiert sich für Provenienzforschung und Rückgaben: So wurden unter anderem Werke von Hans Makart und Carl Blechen an die rechtmäßigen Erben restituiert bzw. zurückerworben.

Als Bildungs- und Kulturstätte versteht sich das Museum als Bewahrer, Forschungsort und Vermittler. Es bietet ein breites Programm aus Vorträgen, Konzerten, Diskussionen, Performances und Filmreihen in Kooperation mit regionalen Partnern. Die Umgestaltung der Ausstellungsarchitektur löste Diskussionen aus, weil dabei ortsgebundene Kunstwerke neu positioniert wurden und die Integration eines Träger-Logos in eine Lichtinstallation kritische Reaktionen hervorrief.

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