Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück

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http://www.ravensbrueck.de
Tags
#Gedenkstätte

Beschreibung

In Fürstenberg/Havel bewahrt die Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück die Erinnerung an die Opfer des Konzentrationslagers Ravensbrück sowie an die angrenzenden Lager und SS‑Zwangsarbeitsstätten. Träger ist seit 1993 die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten; die Anlage ist als Denkmal von nationaler und internationaler Bedeutung in das Landesdenkmalsverzeichnis Brandenburgs eingetragen.

Zwischen 1939 und 1945 befand sich hier ein Frauen-Konzentrationslager des nationalsozialistischen Regimes. Der erste Transport traf 1939 aus dem KZ Lichtenburg ein; anfangs dominieren politische Häftlinge und als „asozial“ Verfolgte. Mit Kriegsbeginn wurden Frauen, Männer und auch Kinder aus den besetzten Gebieten, vor allem Polen, der Sowjetunion, der Ukraine und Weißrussland, ins Lager verschleppt. Später kamen auch jüdische Frauen aus östlichen Vernichtungslagern, die in Rüstungsbetrieben innerhalb des Geländes zur Arbeit gezwungen wurden. Von etwa 130.000 inhaftierten Frauen und 20.000 Männern wird angenommen, dass rund 28.000 infolge von Hunger, Erschöpfung, medizinischen Experimenten, Erschießungen oder Vergasungen starben.

Nach der Befreiung nutzte die sowjetische Armee große Teile des Areals; erste Gedenkfeiern ehemaliger Häftlinge fanden bereits 1948 statt. In den 1950er Jahren entschied die DDR‑Führung die Schaffung einer nationalen Mahn- und Gedenkstätte; ab Mitte der 1950er Jahre gestaltete ein beauftragtes Architektenteam das Gelände, das 1959 mit einer zentralen Bronzeskulptur eingeweiht wurde. Die offizielle Eröffnung der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte erfolgte 1959; seither wurde die Anlage mehrfach erweitert und neu geordnet.

Seit der Wiedervereinigung wurde das Gelände nach Rückzug der GUS‑Truppen für Forschung und Öffentlichkeit freigegeben und gestalterisch überarbeitet; historische Spuren der Nachnutzung wurden beseitigt, Grundrisse der Baracken dezent im Boden markiert. In der ehemaligen Kommandantur präsentiert die Dauerausstellung seit 2013 auf rund 900 Quadratmetern mehr als 1.500 Exponate. Ergänzende Präsentationen widmen sich dem Zellenbau, den Aufseherinnen, dem SS‑Alltag und der Zwangsarbeit; im Zellenbau existieren spezielle Gedenkräume für verschiedene Opfergruppen. Depot, Archiv, Mediathek und Fotothek dokumentieren die Überlieferung mit Tausenden Objekten, Fotos und Zeitzeugenaufnahmen. 2023 besuchten etwa 70.000 Menschen die Gedenkstätte.

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