Im oberbayerischen Siegsdorf bietet das Mammut-Museum Siegsdorf Einblicke in die Geologie, Paläontologie und die Lebenswelt der Eiszeiten. Es wendet sich an Besucher, die die Landschaftsentstehung und den geologischen Aufbau Südostbayerns sowie angrenzender österreichischer Gebiete verstehen möchten.
Das Museum liegt in der Gemeinde Siegsdorf im Landkreis Traunstein und behandelt vornehmlich die letzten 250 Millionen Jahre (Trias bis Quartär/Steinzeit). Trägerförderung erfolgt durch die Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege; das Haus ist im Zentralregister biologischer Forschungssammlungen in Deutschland verzeichnet. Es zählt zu den drittgrößten Naturkundemuseen Bayerns und verzeichnet jährlich etwa 50.000 Besucher.
Auslöser für die Einrichtung war der Fund eines Mammutskeletts bei Siegsdorf im Jahr 1975. Nach der Bergung Mitte der 1980er Jahre wurden weitere eiszeitliche Funde wie Höhlenlöwen-, Höhlenbären- und Wollnashornreste geborgen. Die darauf folgende öffentliche Präsentation und das wachsende Interesse führten Ende der 1980er Jahre zur Planung eines spezialisierten Museums; nach Konzept- und Planungsphasen sowie dem Baubeginn 1993 eröffnete das Haus 1995.
Die Sammlung und Ausstellung wurden seitdem erweitert: 2003 ergänzte eine begehbare „Bärenhöhle“ die Eiszeitpräsentation; pädagogische Freilandangebote unter dem Namen „SteinZeit Siegsdorf“ entstanden 2004 im Dießelbachtal und wurden 2010 als „SteinZeitGarten“ an das Museum verlegt. Im Jubiläumsjahr 2013 wurde der einmillionste Besucher registriert; 2025 begleitete ein Veranstaltungsprogramm das 30-jährige Bestehen.
Die Ausstellungen verteilen sich auf drei Ebenen. Das Untergeschoss erklärt die Alpengenese und Tektonik anhand von Modellen, Profilen und einer „Gesteinswand“, zeigt Bodenschätze Südostbayerns und bietet einen filmischen Überblick zur Geologie Siegsdorfs. Im Erdgeschoss führen riffartige Gestaltungen durch vier ehemalige Meere der Region; hier werden Fossilien, Fundstellen wie das Emanuelflöz am Kressenberg und die Adelholzener Schichten sowie Präparationstechniken präsentiert. Das Obergeschoss widmet sich der Eiszeit: das Mammut (Abguss und originale Knochen in Fundlage), ein fast vollständiges Höhlenlöwenskelett, Höhlenbärenfunde in einer Nachbildung sowie ein großformatiges Modell der Chiemsee-Entstehung zeigen Vergletscherung und Steinzeitmenschen einschließlich Feuersteinarbeit.
Der Vorplatz führt mit einem 30 Meter langen Zeitstrahl durch 4,6 Milliarden Jahre Erdgeschichte zur Eingangssäule, die die im Museum behandelten 250 Millionen Jahre markiert. Eine Kugelmühle demonstriert die Wirkkraft des Wassers und die Verwitterung von Gestein.
Museumspädagogik und Beratungsangebote ergänzen die Dauerausstellung; das Haus stellt Vergleichsmaterialien bereit, übergibt größere Funde überwiegend an staatliche Sammlungen und bearbeitet Bestimmungsanfragen zu Knochen, Fossilien und Steinen.